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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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der Vorurtheile und des schlechtenGeschmaks umgerissen und verunstal-tet worden, wenigstens in der Ein-bildung selwn zu festen, und m ihrerVollkommensten zu genießen.

Der festeste Grund, um die Operals ein prächtiges und herrliches Ge-bäude darauf zu setzen. wäre ihre ge-naue Verbindung mit ocinNational-interessc eines ganzen Volks. Aberdaran ist in unfern Zeiten nicht zudenken. Denn die Staaten habensich niemals weiter, als cht, vondem Geist entfernt, der ehemals inA- steil und Rom geherrscht, und durchden die öffentlichen Schauspiele, be.sonders die griechische Tragödie, dieim Grund eine würkliche Oper war *),zu wesentlichen Stuten politischerund gottcsdienstlicher Feyerlichkcitengeworden sind. Ohne so hoch in dieunabsehbaren Gegenden der süßenPhantasten zu fliegen, wollen wir nurvon den Verbesserungen sprechen, dieman der Oper, nach der gegenwär-tigen Lage der schönen Künste undder politischen Anordnungen, gebenkönnte. Dazu würde, wie der GrafAlgarotti richtig anmerkt, nothwen-dig crfodert, daß ein von den Mu-sen geliebter großer Fürst die ganzeVeranstaltung dessen, was zu die-sem Schauspiel gehöret, einem Manngäbe, der mit dem guten Willen undviel Gefchmak ein vorzügliches An-sehen besäße, wodurch er den Dich-ter, Tonsekcr und alle zurOpernotst-wendige Virtuosen nach seinem Ge-fallen zu lenken vermöchte. Die Fo-derung ist schwer genug, um unsalle Gedanken zu benehmen, sie hö-her zu treiben.

Die Hauptsache käme nun auf denDichter an. Dieser müßte, ohneRüksicht auf die Sänger, und ohnedie vorher erwähnten Betrachtungen,die ihn gegenwärtig in so viel Unge-rcimtheiten verleiten; blos dieses zumGrundsatz nehmen:ein Trauer-S. Tragödie,

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spiel zu verfertigen, dessen Inhaltund Gang sich für die Hoheit, oderwenigstens dasEmpfindungsvolle deslyrischen Tones schikrc." Dazu ist inWahrheit jeder tragische Stoff schik-lich; wenn nur dieses einzige dabeystatt haben kann, daß die Handlungeinen nicht eilfertigen Gang, undkeine schweren Verwiklungen habe.Eilfertig kann der Gang nicht seyn;weil dieses der Natur des Gesangeszuwider ist. der ein Verweilen aufden Empfindungen , aus denen diesingendcLaune entsteht,voraussetzet*).Schwere Verwiklungen vertragt ernoch weniger, weil dabey mehr derVerstand, als die Empfindung bc-schafftiget wird. Wo man Anschlägemacht, Plane verabredet, sich berätst-schlaget, da ist man von dem Sin-gen am weitesten entfernt.

Also würde der Opcrndichtcr vondem tragischen vornehmlich darin ab-gehen, daß er nicht, wie dieser, eintHandlung vom Anfange bis zum Emde mit asten Verwiklungen, Anschla-gen, Unterhandlungen undJnlriguenund Vorfallen, sondern blos das»was man dabey empfindet, und wasmit verweilender Empfindung dabeygcredt oder gethan wird, vorsteche.Um dieses kurz und gut durch einBeyspiel zu erläutern, wollen wirKlopstoks Daroiec oder HermannsSchlacht anführen, die viel Aebn-lichkcit mit der Oper hat, wie unserIdeal sich zeiget. DerDichtcr stellt,wie leicht zu erachten, nicht dieSchlacht selbst, sondern die empfin-dungsvosten Aeußerungen einer wol-ausgesuchtcn Anzahl merkwürdigerPersonen, vor und wahrend und nachder Schlacht vor. Darum fehlt cSseinem Drama doch nicht an Hand-lung, noch an Verwikliing, noch anwahrem dramatischen Ausgang.

Man darf nur obenhin OßiansFingal oderTcmora lesen, um zu se-hen,

*) S. Gesang.