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uet keines feiner ausgedacht oder voll-kommene»' zu scyn, als die Oper. —Aber unglüklicher Weise gehr es da-mit, wie nur mechanischen Werken,die sehr zusammengesetzt sind, undeben deswegen leicht m Unordnunggerathen. — Alles wol bekrachrer,läßt sich leicht begreifen, warum einSchauspiel, das natürlicher Weisedas angenehmste von allen seyn sollte,so avgesckmakc uno so langweiligwird. Man hat dieses blos der ver-nachlässigten Übereinstimmung derverschiedenen Dinge zuzuschreiben,die zur Oper gehöre»! dadurch ge-schieht es, daß sie nicht einmal einSchatten einer wahren Nachahmungist: die Täuschung, die nur ausvoll-kommcner Vereinigung aller dazu gehörigen Dinge entstehen kann, ver-schwindet; und dieses MeifterftakOer 'Erfindung des Wiizes verwan-delt sich in ein langweiliges unzm-sam-nenhangenves, unwahrschein-liches, abeinheuerliches und gro-teskes Werk, das alle Sie schimpf-lichen Namen, Sie man ihm gicor,uns Sie strenge Xägung derer, diemit Recht das Vergnügen als einesehr wichtige Sache ansehen, wolverdienet." So urtheilt ein Ira-liancr, dem die Ehre seiner Nationsehr am Herzen liegt, von einer Er-findung, die in Italien gemacht, undwodurch es berühmt worden ist.Bey dem in der letzten Anmerkung vor-kommenden Ausdruk der schimpflichenNamen, führet er eine spottische Stelleaus cniem englischen Wochenblatt,die Welt, an, die so lautet: „Wiedas Wasser eines gewissen Brunnensin Thessalien, wegen seiner berau-schenden Kraft, in nichts anderm, alseinem Eselshuf konnte aufbewahrtwerden: so kann dieses matte undzertrümmerte Werk (die Oper, nur insolchen Köpfen, die besonders dazu ge-macht sind, Eingang finden *)."
») Man sehe auch Gluko Vorrede zurOper Alrcstte,
Dritter Theil.
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Und dennoch hat selbst bey diesenUngereimtheiten, dieses Schauf ielin einzclcn Sceuen mich oft cnlzükc:mehr als einmal habe ich dabei) ver-gessen, daß ich ein künstliches, inso manche» Theilcn unnatürlichesSchauspiel sehe; habe mir eingebil-det, das Wehklagen unglüklichccPersonen, das Jammern einer Mut-ler um ihr umgebrachtes Kind; dieVerzweiflung einer Gattin, der eingeliebter Gemahl entrissen und zumTode verurtheilt worden; den natür-lichsten und durchdringendsten Aus-druk zärtlicher, oder heftiger Leiden-schaften, nicht nachgeahmt, sondernwürklich zu hören. Nach solchenhinreißenden Sceuen begreift man,was für ein fürtreffliches Schauspieldie Oper sehn, und wie weit sie dieandern übertreffen könnte. Man be-dauert, daß so herzrührende Dingemitten unter so viel Ungereimtheitenvorkommen, und man kann sich nichtenthalten, auf Entwürfe zu denken,wie dieses Schauspiel von dein Un«rath des darin vorkommenden kindi»sehen Zeuges gerciniget. und bey sei-ner so überwiegenden Kraft auf ei-nen edlern und größer» Zwek, alsder bloße Zeitvertreib ist, angewen-det werden könne.
Ich weiß wol, daß die Mode Ulli»mancherley unüberlegte und kaum be-merkbare Ursachen, gleich dem un«hintcrtreiblichen Schiksal , das demLauf aller menschlichen Geschäfte sei-ne Wendung gu'bl, in jedem Jahr-hundert den Wissenschaften und Kün-ste» ihren Schwung und ihren Geist,den man Lenium nennen
kann, geben. Gegen diese nicht sicht-bar würkendcn Ursachen vermögenVorschlage, wen?« sie gleich von derreincsten gesundesten Vernunft ge«than werden, sehr wenig. Aber mankann sich nicht cnrhalren. das Mu-ster der Vollkommenheit, so baldman es cniöcket, aufzustellen, undeine Sache, die durch den Strobm
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