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der Zwek erreicht, wenn sie nur de-«en, für deren Ohr sie gemacht sind,verständlich sind.
Von welcher Art aber die Ode sey,wenn sie einen von der Natur beru-fenen Dichter zum Urheber hat, undvon ihm würklich in der Fülle derEmpfindung, oder des Feuers derPhantasie gedichtet worden, so ist sieallemal wichtig. Sie ist alsdenn ge-wiß eine wahrhafte Schilderung desGemüthszustandes, in dem sich derDichter bey einer wichtigen Gelegen-heit befunden hat. Darum könnenwir daraus mit Gewißheit erkennen,was für Würkulig gewisse merkwür-dige Gegenstände auf Manner vonvorzüglichem Genie gehabt haben.Wir können den wunderbaren Gang,«nd jede seltsame Wendung der Lei-denschaften und anderer Regungendes menschlichen Gemüthcs, die man-„ichfaltigcn, zum Theil sehr außeror-dentlichen Würkungen der Phantasie,daraus kennen lernen. Wir werdendadurch von der uns gewöhnlichenArt, sittliche und leidenschaftliche Ge-genstände zu bcurtheilen und zu em-pfinden , abgeführt, und lernen dieSachen von andern weniger gewöhn-lichen Seiten ansehen. MancheWahrheit, die uns sonst weniger ge-rührt hat, dringet durch die Ode, wosie in außerordentlichem Licht, unddurch Empfindung verstärkt, erschei-net, mit vorzüglicher Kraft bis aufden innersten Grund der Seele; man-eher Gegenstand, der uns sonst we-nig gereizt hat, wird uns durch dielhöchstlebhaftc Schilderung des lyri-schen Dichters merkwürdig und un-vergeßlich: manche Empfindung, diewir sonst nur durch ein schwaches Ge-fühl gekannt haben, wird durch dieOde sehr lebhaft und würksam inuns. Also dienet überhaupt die lyri-sche Poesie dazu, daß jedes Vermögender Seele dadurch auf mannichfalrigeWeise einen neuen Schwung und neueKräfte bekommt, wodurch Urtheils-
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kraft und Empfindung allmählig er-weitert und gestärkt werden. Dar-um kann die Ode mit Recht auf denersten Rang unter den verschiedenenWerken der Dichtkunst Anspruch ma-chen, und der Reichthum an gutenOde» gehöret unter die schätzbarenNationalvorzüge.
Die ältesten und zugleich fürtceff-lichsien Oden der alten Völker sindohne Zweifel die hebräischen, derenwir aber hier blos erwähnen, u>nden Leser auf die höchstschätzbaren Ab-handlungen darüber zu verweisen, diewir dem berühmten K.o'.vcy, einemMann von tiefer Einsicht und vongroßem Geschmak, zu danken ha-ben *). Die Griechen besaßen einengroßen Reichthum, wie in allen an-dern Gattungen der Werke des Ee-schmaks, also auch in dieser; aberder größte Tbcil davon ist verlorengegangen. Die Alten rühmen vor-züglich neun griechische Odendichter;diese sind: Älcauo, Sappho, Gte-sichornn, Ibicus, Dacchylides,Simomdes, Alcmau, Anakreon undPindar. Die Oden der sieben erstensind bis aufwenig einzelc Stellen ver.loren gegangen. Von Anakreon ha-ben wir noch eine nicht unbeträcht-liche Anzahl, und von Pindar einestarke Sammlung, obgleich eine nochgrößere Menge cm Raub der Zeit ge-worden sind. Aber der Stoff derübrig gebliebenen pindarifthen Odenist für uns weniger interessant, weildarin blos die Männer besungen wer-den, die in den verschiedenen öffentli-chen Kanipsspielen der Griechen dmPreis erhalten haben. Wir habendiesem großen Dichter einen beson-dern Artikel gcwiebmet Manmuß auch die tragischen Dichter derGriechen hieher rechnen; denn in je-dem
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XXV-XXVlII.
") S. Pindar.