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de»' Annehmlichkeit eines der Horazi-schcn Landsitze, die er mit der Ge-liebten zn thcilen wünschet. So ent-stehen auch aus poetischen Und bil-derreichen Schilderungen des innernZustandest darin ein Mensch durchirgend eine Leidenschaft gesetzt wor-den, die angenehmsten > die feurig-sten, die zärtlichsten, die erhabenstenOden..
Dieses kann hinlänglich seyn, umvon der Natur und den verschiedenenCharakteren der Ode sich wahre Be-griffe zu machen. Nur muß mandabei) nicht vergessen, daß es Dich-ter giebt, die bisweilen durch Kunst,Zwang, oder aus bloßer Lust nach-zuahmen, ihr Genie in den Ton derOde stimmen, und das, wassicmitso viel Affekt oder Laune ausdenken,nicht würklich fühlen. Aber der Dich-ter muß sehr schlau seyn, und seineOde mit erstaunlichem Fleiß ausar-beiten, wo wir den Betrug nicht mer-ken, und wo wir seine verstellte Em-pfindung für wahr halten sollen. Esbegegnet ihm sehr leichte, daß das,was er sagt, mit dem Ton, darin esgesagt wird, nicht so vollkommenübereinstimmt, als es in der würk-lichen Empfindung geschieht. SelbstHoraz konnte sich nicht allemal soverstellen, daß man den Zwang nichtmerkte: seine Ode an den Agrippa*)ist gewiß nur eine Ausrede, wo derDichter das, was er von seinem Un-vermögen sagt, nicht im Ernst mey-net. Von solchen Oden kann mannicht erwarten, daß sie das Leben,oder die Wärme der Einbildungskraftund Empfindung haben, als die, wel-che in der wirklichen Begeisterunggeschrieben worden. Da es eine derEigenschaften des dichterischen Ge-nies ist, sich leicht zu entzünden: sokann auch die durch Kunst, oderNachahmung entstandene Ode, derwahren, von dcrNatur eingegebenen,sehr nahe kommen.
-) I.ib.1. 0A6.
Ode 547
Von der Kraft und Würkung derOde kann man ans dem urtheilcn,was wir in den Artikeln Lies, Ly-risch, hierüber bereits angemerkthaben. Empfindung und Laune ha-ben etwas anstekendes; in der Odezeigen sie sich aber auf die lebhaftesteWeife: darum ist diese Dichtart vor-züglich eindringend, auch wol hin-reißend. Es waren lyrische Dichter,von denen man sagt, daß sie dienoch halb wilden Menschen gezäh-mct, und unwiderstehlich, obgi.ichmit sanftem Zwange dahin gerissenhaben, wohin sie durch keine GewaltHärten gebracht werden können. DieOde hat mit dem Lied, das eine be-sondere Art derselben ist, dieses vorviel andern Werken der schönenKünste voraus, daß sie ihre Kraftauch bcy noch rohen Menschen zeiget,da die Bebedtsamkeit, die Mahlercy,und überhaupt die aus verfeinertemEeschmak entstandene Kunst viel we-Niger populär ist.
Zwar scheinet es, daß die höheOde sich sehr von dem Charakter,wodurch sie auf den großen Haufenwürket, entferne, da viel Psalmen,pindarische und horazische Oden oftden feinesten Kennern nicht verständ-lich genug sind. Mau muß aber be-denken, daß uns in dieser Entfer-nung der Zeit, in der so unvollkom-menen Kenntnis der alten Spracheilund sehr vieler Dinge, die zu jenerDichter Zeiten jedermann bekanntwaren, manches sehr schwer scheinet,was denen, für welche die Oden derAlten gedichtet worden, ganz geläu-fig gewesen. Denn ist auch ein Un-terschied zumachen zwischen denOden,die für öffentliche Gelegenheiten undfür ein ganzes Volk, und denen, dienur bcy besondern, einen Theil derNation, oder gar nur wenig einzcleMenschen interessircndcn Veranlas-sungen gedichtet worden. Jene» istdas Populäre, Verständliche, we-sentlich nothwendig) bey diesen wird
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