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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
533
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Periode müssen durch schiklichen Mittel, von deren gutem Gebrauch

Klang bezeichnet, und dieThcile nach der Numerus abhangt, dem Redner

guten Verhältnissen gegen einander deutlich vor Augen zu legen; denn

gestellt werden. wenn er sie nicht im Gesichte hat, so

Durch diese Mittel bekommt die fallt ihm auch oft ihr Gebrauch nicht

Periode das Ebenmaaß der Form, ein. Es verhält sich damit, wie mit

gerade auf die Art, wie sichtbare Ge- den Werkzeugen, die zu vollkomme-

genstande durch das Verhaltniß der ner Verfertigung und Ausarbeitung

kleincrn und großen: Thcile, und eines Werks der mechanischen Kunst

durch die Gruppiruug derselben *). dienen. Der Arbeiter muß sie ken-

Wie aber zur Schönheit der sichtba- nen, und vor sich sehen, weil ihn

ren Formen nicht blos Eur/thmie, dieses auf ihren Gebrauch führet,

sondern auch ein Mit dem Innern, Wer ein Werk der mechanischen Kunst

oder dem Geist der Sache uberein- nach allen seinen Theilcn beschreibt,

stimmender Charakter erfodcrt wird, hernach aber die zu vollkommener

so muß auch diePeriode dem Klange Verfertigung und Ausarbeitung je-

nach mit dem Sinn der Worte und des Theiles nothigcn Werkzeuge keun-

der Satze genau übereinstimmen. Zu bar macht, der hat alles gcthan,

diesem Charakter tragen der mehr was er thun konnte, um den Arbei-

oder weniger volle Laut der Wärter, tcr, der das Genie feiner Kunst bc-

die Bewegung, oder das Schnelle sitzet, zu leiten,

und Langsame, oder das Steigen oder Es kann gar wol geschehen, daß

Fallen der Stimme, jedes das Sei- dem Redner in dem Feuer der Begei-

nige bei). Bey derselben Anzahl, stcrung, ohne daß er daran denkt,

Große und demselben Verhaltniß der eine Periode von dem vollkommensten

Glieder und Einschnitte, kann die Numerus aus der Feder fließt; aber

Periode sanft fließen, oder schnell noch öfter wird es geschehen, daß sie

fortrauschcn; allmählig in: Ton stei- unvollkommen ist, und erst durch

gen oder fallen; und überhaupt je- Bearbeitung ihre wahre Schönheit

den sittlichen und leidenschaftlichen bekommt. Zu dieser Bearbeitung

Ton und Charakter annehmen, der aber wird Ucberlegung alles dessen,

durch Klang und Bewegung kann was zur Vollkommenheit desNume«

ausgedrükt werden. Ist dcrIuhalt rus dienet, nothwcudig. Es ist

ruhig, so muß es auch der Fluß der nicht genug, daß man empfinde, der

Periode seyn; ist jener zärtlich, oder Periode fehle noch etwas zum Nu-

heftig, so ist es auch dieser. mcrus; man muß bestimmt wissen,

Dieses sind also die verschiedenen was ihr fehlet, und wie es ihr zu

Mittel, wodurch der künstliche und geben ist Man würde dem Redner

volle Numerus einer Periode kann er- einen schlechten Rath geben, wenn

halten werden Regeln, nach denen man ihm sagte, daß er im Feuer der

der Redner in besonder!? Fallen von Arbeit auf jede Kleinigkeit des Nu-

diesen Mitteln den besten Gebrauch merus Acht haben soll; aber eben so

machen konnte, lassen sich nicht ge- schlecht würde es seyn, ihm die Auf-

ben; sein Gefühl muß ihm das, was merksamkcit auf diese Sachen überall

sich schiket, an die Hand geben, abzurathen. Bey der Ausarbeitung

Deshalb aber war es keiueswegcs muß er allerdings Sorgfalt und

unnothig, oder, übcrfiüßig, diese Fleiß auf den Numerus wenden;

*) Man sehe zu mehrerer Erläuterungdie Artikel: Einschnitt, Ebenmaaß,Glied, Gruppe,

weil in der ersten Zusammensetzung,da der Geist und das Herz allein mitder Materie bcschäfftiget sind, gewiß

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