Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
532
Einzelbild herunterladen
 

;z> Num

rus aber als die Form derselben an-zusehen ist. In verbis inest qnsstnisteri» quseäam, in vumero »u»tem expolino. Der cinfacheste undkunstloseste Numerus wird demnachdieser seyn, da die Worte, die nichtsals das Nothwcndige ausdenken, indie einfacheste, jedoch leicht fließendeForm geordnet sind. Dieser Satz:Ich Hab es gesagt, daß es so gehenwürde, ist emBeyspiel descinfache-stcn Numerus. Jedes Wort darinist nothwendig, und die Stellung derWorte ist so, daß der Satz leicht,und mit einer gefälligen, der Sacheangemessenen Hebung und Sinkungder Stimme kann ausgesprochen wer-den; wollte man ihn so abändern:daß es so gehen würde, das Habich schon vorher gesagt; so würdeman ihm den Numerus benehmen.

Diese Gattung dcS Numerus, diecinfacheste von allen, macht nochnicht die Art des Vortrages aus, dieCicero numerolsm oratlvnem nennt.Ein solcher Satz ist in der Rede, wasein zum täglichen Gebrauch dienendesInstrument, z. B. ein Messer, dasohne irgend einen unwesentlichenTheil, zum Gebrauch vollkommen ein-gerichtet, zur größten Bequemlichkeitgeformt, sehr sauber und fleißig aus-gearbeitet ist. Es thllt nicht nur dieDienste, die es thnn spll; sondernthut sie leicht, läßt sich aufs bequem-ste fassen, und gefällt bey seiner Ein-falt durch den genauen Fleiß derAusarbeitung; es ist vollkommen,aber noch nicht schon.

Zunächst an diesen gränzet der Nu-merus, der neben den erwähnten Ei-genschaften noch das Gefällige hat,das aus Gleichheit, oder aus denkGegensatz cinzeler Theile, einige An-nehmlichkeit bekommt. Diesen Nu-merus zahlt Cicero auch noch unterdie kunstlosen, pari» psribus

alljunct», er stmiliter tlestnic», item-gue courrsriis reist» eoncrsri», tu»h>onte oaäuntxlerumizuenumeros».

N u IN

Cr führet davon folgendes Vcyspielaus einer seiner eigenen Reden amLst euim non lex, le <j «a-

ta, quam non leä acce-

u. s. f. Insgemein trifftman ihn bey alten Sprüchwörternan i gewonnen, so zerron-nen, und dergleichen. Dieser unter-scheidet sich von dem vorhergehendendadurch, daß er bey der höchst ein-fachen Forin schon symmetrischeTheile hat.

Hierauf folget der Numerus, deraus einer wolfließenden undwolklin-gcnden Vereinigung mehrerer Sätzein eine Periode entsteht. Er ist inAbsichtauf die Periode, die dasGan-zc, wozu die einzelen Sätze als Theilegehören, ausmacht, was die tLu-rycbmie oder das Ebenmaaß in Ab-sicht auf sichtbare Formen ist. Cice-ro sagt ausdrüklich, dieser Numerussey das, was die Griechen Rhyth-mus nennen. Hieraus laßt sich über-haupt begreifen, daß die numeroftPeriode aus mehrern kleinen Sätzen,oder Einschnitten bestehe, die sowolin der Länge, als an Cylbenfüßenverschieden, aber so gut mit einanderverbunden sind, daß das Gehör allezusammen, als ein einziges, wol-klingendes, und auch an Ton demCharakter des Inhalts wol ange-messenes Ganzes vernehme. KeinGlied muß so abgelöst seyn, daßdas Gehör, wenn man auch denSinn der Worte nicht verstünde,am Ende desselben befriediget sey;es muß einen kleinen Nuhepunkt füh-len, aber so, daß es nothwendigdie Folge noch andrer Glieder erwar-tet, und nur am Ende der Periodewürklich anhaltende Ruhe empfindet.Bestehet die Periode aus viel kleinemGliedern, so müssen diese wieder ingrößere Abschnitte verbunden sey»,damit die ganze Periode nicht nachden einzelen Gliedern, sondern nachden wenigen größcrn Abschnitten insGehör falle. Anfang und Ende der

Periode