N u in
naue und bestimmte Sinn dasNoth-wcndigc, dcr Wolklang und andereSchönheiten das Zufällige sind.Lluch sogar in Nebensachen ist im-merctwas, das nothweiidig, und et-was das zufällig ist, weil auch dieNebensachen einen Zwek haben. Dar-um ist kein Theil des Werks, dernicht den Einfluß dcr Beurtheilungnöthig hatte. Der Künstler und derKunstrichtcr müssen beyde, jener bei)dcr Ausarbeitung, dieser bei) Beur-theilung des Werks, über jeden cin-zelen Theil die Frage auswerfen,warum, oder zu welchem Ende erda ist, und daraus dasNothwendi-ge desselben bcurthcilen. Dieses wirdgar oft versäumt, und daher ent-stehen gar viel Unschiklichkeiten in denWerken dcr Kunst, und Unrichtig-keiten in Beurtheilung derselben. Eskann nicht zu oft wiederholt wer-den, daß Künstler und Knnstrichrersich dadurch am besten zu ihrem Be-rufe vorbereiten, daß sie mit glei-chem Fleiße sich im strengen methodi-schen Denken, .und in richtigen undfeinen Empfindungen durch fleißigeUebung festsetzen.
Numerus.
(Bercdtsamkelt.)
Söcil dieses Wort schon vielfaltigvon deutschen Kunstrichtern gebrauchtworden, und wir kein anderes gleich-bedeutendes haben, so wollen wir esbcybehaltcn, um einen gewissen Wol-klang der ungebundenen Rede damitauszudrüken, den Cicero und Quin,tilian mit diesem Worte benennt ha-ben. Es ist schwer, einen ganz be-stimmten Begriff davon zu geben.Uebcrhaupt versteht man dadurchden Wolklang einzelcr Satze und gan-zer Perioden der ungebundenen Rede.Zwar schreibet man auch der gebun-denen Rede einen Numerus zu, undunterscheidet beyde durch die Bcy-worter orstorius und poetiLll»;
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aber es scheinet, daßunsre Kunstrich-tcr den poetischen Numerus zu demrechnen, was sie unter dem WorteWolklang verstehen, und hingegenden Woiklang der ungebundenenRede durch das Wort dlumcrnsausdrüken. Wie dem sey, so ist dasWort hier blos in dieser Bedeutungzu verstehen.
Wenn man bey dcr Rede keinenandern Zwek hat, als verständlich zuseyn, so kommt dcr Woltlaug derSätze gar nicht in Betrachtung; esist schon genug, wenn sie fließend,wenn nichts holpriges, und die Aus-sprache hinderndes, darin ist, undwenn die Perioden nicht verworren,und nicht gar zu lang sind. Ciceroverbietet sogar in der gar einfachenSchreibart, die er ^enus subtilenennt, den gesuchten Wolklang *).In dcr That ist er in dem einfachc-sten lehrenden und erzählenden Vor.trag, in der Unterredung, in denSccnen des Drama, die den Tonder Unterredung haben müssen, nichtnur überfiüßig, sondern konnte dadem natürlichen Ton, der darin vor-züglich herrschen muß, hinderlichseyn. Sobald aber die Absicht hin-zukommt, daß der Zuhörer die Redeleicht im Gedächtniß behalten, oderdaß schon der bloße Klang derselbenseine Aufmerksamkeit reizen, oderdem Gehör angenehm seyn soll: daentsteht die Ndthwendigkeit des Nu-merus. Wir wollen ihn erst in ein«zclen Sätzen, hernach in Perioden,zuletzt in der Folge derselben be«trachten.
Die nähere Betrachtung der ver«schiedenen Arten des Numerus wirddurch eine Anmerkung des Cicero er«leichtert, nach welcher die Wörterals die Materie dcr Rede, dcr Nume-L l z rus
8unt guiüim o,i>t0ll numeri obter.vaUcli, rstion« »ligu» ; t?ä in alig ze.nrre orsrionis; in bocftibrili^cneie)««»in» In <Zr»c.