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bekommen haben. Dieser Doktorsetzte, um nicht so viel Linien übereinander nöthig zu haben, als To-ne im System sind, auch zwischen dieLinien Noten, wie noch gegenwär-tig geschieht; ferner setzte er anstattder Punkte kleine Vicreke, die er ver-schiedentlich anders gestaltete, umdadurch die verschiedene Lauge undKürze jedes Tones anzuzeigen ; auchsoll er einige Zeichen zup Andeu-tung der schnellen oder langsamenBewegung des Gesanges erfundenhaben. Man findet diese Notennoch in allen Kirchenbüchern, diezwcyhundertJahr und mehr alt sind;wir halten es aber der Mühe nichtwcrth, die Sache umständlicher, zubeschreiben.
Die Verbcsserungen, die von Zeitzu Zeit mit den Noten gemacht wor-den, bis sie die itzt gebrauchlicheForm bekommen haben, sind, so vielich weiß, noch von Niemand nachder Ordnung der Zeit, da jede Ver-änderung aufgekommen ist, beschrie-ben worden.
Damit diejenigen, welche derMusik unerfahren, und doch begie.rig sind, zu wissen, wie die unarti-kulirte Sprache der Leidenschaftenkann aufgeschrieben werden, einigenBegriff von dieser merkwürdigen Er-findung bekommen können, wollenwir ihnen folgende Aufklarung hier-über geben.
Zuerst muß man merken, daß allezum Gesang, oder für Instrumentebrauchbare Tone, vom tiefsten biszum Hochsien, in Ansehung der Hohein fünf verschiedene Classen, die manHauptstimmen nennt, cingetheilt wer-den. Diese Hauptstimmcu heißen,von der tiefsten bis zur höchsten, derContrabaß, der Baß, der Tenor, derAlt und der Discant. Jede dieserHauptstimmen begreift zwölf, bisscchszehn und mehr Töne, deren jedervon den» nächsten um einen halben
Ton in der Höhe oder Tiefe absteht *),und den man durch einen größer»oder kleineren Buchstaben des Alpha-bets, dem bisweilen noch ein anderesZeichen hinzugefügt wird, bezeichnet.So werden die Töne des Bassesdurch die Buchstaben L, v, ^v,oder v, Eis, v, vis, u. s. f. die Tö-ne des Tenors durch c, cis,«l, u. s. f.noch ohne Noten bezeichnet.
Wenn man nun eine Stimme einesTonstüks schreiben will, so ziehetman fünf parallel laufende geradeLinien also:
diese werden ein Notensystem genennt.Will man mehrere zum Tonstük ge-hörige Stimmen zugleich schreiben,so ziehet man so viel Notensysteme,als Stimmen sind, in mäßiger Ent-fernung unter einander, und verbin-det sie durch einen am Anfang herun-terlaufenden Strich, der im Franzö-sischen Accolade gcnennt wird, umanzuzeigen, daß die Töne aller die-ser Norensysieme zusammen gehören:z. B. zu drey Stimmen, die zugleichgespielt werden, gehören drey ver-bundene Systeme.
Nun muß man auch wissen, zu wel-cher Stimme jedes System gehöre.Dieses wird durch ein besonderes,im Anfang des Systems angebrach-tes Zeichen, welches man den Schlüs-sel
') S. Halber Ton.