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nen und Naiven, von dem letztem (Schrif-ten TH .2. S. 2i8. Aufl. von 1771) gesagtwird, ist „lieber das Naive, Natürliche,Gesuchte, Gezwungene in den schönen Wiff.von 8. I. von Cramiii, Hclmfl. 1769. 8.Vrschw. 1780. z. eine besondere Abhand-lung gedruckt worden. — Auch handeltin I. F. Riedels Theorie der sch. Künfleund Wisscnsch. der 6lc Abschnitt (S. 77.Nc Aufl.) Bonder Natur, Simplicitfltund Naivere. — lind der >;te in I.C. Königs Philos. der Künste S. 42z.Vom Naive».
Natur.
(Schöne Künste.)
Es ist schwer, die verschiedenen Be-deutungen dieses Worts in einen ein-zigen Begriff zu fasten. Man pflegtdie ganze Schöpfung, das ganzeSystem der in der Welt vorhande-nen Dinge, in sofern man sie alsWürkungcn der in derselben ur-sprünglich vorhandenen Kräfte an-flehet, die durch keine nur in beson-dern Fallen sich äußernde Uebcrle-gung, zu besondern Absichten gelei-tet worden, mit dem Namen der Na-tur zu belegen, und verstehet baldjene ursprünglichen Kräfte selbst, baldaber ihre Würkungen darunter.Was aber in der Welt geschieht durchKräfte, die nicht ursprünglich darinvorhanden sind; was sein Dascyn,oder seine Beschaffenheit von beson-derer, nicht auf das allgemeine Sy-stem abzielender Ucbcrlcgung, oderauch von einem der allgemeinen Ord-nung, und dem ordentlichen Laufeder Dinge widersprechenden Zufallhat: dieses alles wird der Naturentgegengesetzt. Dergleichen Dingesind Wunderwerke, auch Werke dermenschlichen Kunst, und Würkungenseltsam verbundener, und der allge-meinen Ordnung entgegen handeln-der Ursachen.
Als würkende Ursache betrachtet,ist die Natur;.die Führern: und Leh-
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renn des Künstlers; als Würkungist sie das allgemeine Magazin, wor-aus er die Gegenstande hernimmt,die er zu seinen Absichten braucht.Je genauer der Künstler in seinemVerfahren, oder in der Wahl seinerMaterie sich an die Natur halt, jevollkommener wird sein Werk. Wirwollen bcydes etwas ausführlicherbetrachten.
In dem ersten Sinn ist die Naturnichts anders als die höchste Weis-heit selbst, die überall ihren Zwck aufdas vollkommenste erreicht; derenVerfahren ohne Ausnahme höchstrichtig, und ganz vollkommen ist.Daher kommt es, daß in ihren Wer-ken alles zwckmaßig,; alles gut, al-les einfach und ungezwungen, daßweder Ueberfluß noch Mangel dar-in ist. Eben darum nennt man auchkünstliche Werke natürlich, wenndarin alles vollkommen, ungezwun-gen und ans das Beste zusammenhan-gend ist, als wenn die Natur selbstes gemacht hatte.
Das Verfahren der Natur ist des-wegen die eigentliche Schule deSKünstlers, wocrjedeRegel der Kunstlernen kann. An jedem besonder»Werke dieser großen Meisterin findeter die genaueste Beobachtung dessen,was zur Vollkommenheit und zurSchönheit gehöret; und je ausgc-dahnter seineKcmttniß der Natur ist,je mehr hat er Falle vor sich, woimmer dieselben allgemeinen Grund-satze des Vollkommenen und desSchönen in verschiedenen Gattun-gen »nd Arten angetroffen werden.Deswegen kann auch die Theorie derKunst nichts anders seyn, als dasSystem der Regeln, die durch ge-naue Beobachtung aus dem Verfah-ren der Natur abgezogen worden.Jede Regel des Künstlers, die nichtans dieser Beobachtung der Naturhergeleitet worden, ist etwas blosphantastisches, das keinen wahren
Grund