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Grund hat, und woraus nie etwasGutes erfolgen kann.
Die Natur handelt nie ohne genaubestimmte Absicht, weder in Hervor-bringung eines ganzen Werks, nochin Darstellung irgend eines einzelenThrills. Wol dem Künstler, der ihrdarin folget, und jeden einzelen Zugseines Werks aus dem Zwek desGanzen herleitet. In Anordnungder Theile verfahrt sie allemal so,daß das Wesentliche von dcmwenigerWesentlichen unterstützt und gestärktwird,- selbst dieses weniger Wesentli-che ist so sehr genau mit den Haupt-theilen verbunden, daß alles, bisauf die geringste Kleinigkeit wesent-lich scheinet. Dadurch wird jedesWerk vollkommen das, was es scynsollte. In Absicht auf die äußerlicheForm ist jedes so angeordnet, daß essogleich als ein für sich bestehendesGanzes in die Angcn fallt; die Theilesind allemal in dein vollkommenstenEbcnmaaße gegen einander, und ahn-liche Theile sind immer symmetrischgestellt. Darneben beobachtet dieNatur überall eine so vollkommeneUcbereinstimmnng alles Aeußcrlichenmit dem inncrn Charakter der Din-ge, daß die Gestalt, die Farben,das Rauhe und Glatte, das Weicheund das Harte, immer mit den in-ner» Eigenschaften der Dinge ganz-lich übereinkommen. Der mensch-liche Körper, als das höchste dersichtbaren Schönheit, ist von den be-sten Lehrern der Kunst jedem Künstlerzum Muster empfohlen worden.Man konnte jedes andere Werk derNatur eben sowol zur Regel nehmen,wenn es nicht am schiklichsten wäredas zu wählen, was am deutlichstenin die Augen fällt.
Eine ausführlichere Betrachtungdieses Verfahrens der Natur wärehier nicht an ihrem Orte; diese weni-gen Winke sind hinlänglich, einennachdenkendem Künstler zu übcrzeu-
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gen, daß er die Natur zu seiner ein-zigen Lehrerin anzunehmen habe.
Auch seine Bestimmung und denallgemeinen Zwek, worauf der Künst-ler zu arbeiten hat, kann e- von derNatur lernen. Sie hat mancherlei)und uns oft unbekannte Absichten,die sich zuerst auf das Ganze, unddenn auch., so weit es mit jenem be-stehen kann, auf jedes Einzele crsire-kcn. Der Mensch ist unendlich vielzu schwach, um auf das Ganze zuwürken. Seine wenigen Kräfte rei-chen nicht weiter, als daß er bey sei-nem Gefchlechte bleibe; und auch daist ihm nur ein Weg offen, die erha-benen Absichten der Natur zu unter-stützen. Des Künstlers besondererBeruf ist auf die Gcmüthcr zu wür-ken, und zu diesem hohen Berufe la-det ihn die Natur ein. Sie hat sehrviel gethan, den sittlichen Menschenvollkommncr zu machen, und durchdie zwey Hauptempfindungen desVergnügens und Mißvergnügens ihnzum Guten zu reizen und vom Bosenabzuziehen. Aber da dieses nicht daseinzige war, worauf sie zu arbeitenhatte, und da der Mensch eigeneKräfte besitzt, auf dem Wege zur Voll-kommenheit, den die Natur ihm gc-zciget hat, fortzugehen, so hat sie sichbegnüget ihm die Anlage und verschie-dene Reizungen zum Guten zu geben.Sie war, um einen besonder» Fallzum Bcyspiel anzuführen, zufrieden,ihm alle Anlagen zu Erfindung undAusbildung der Rede zu geben; dieSprache selbst überließ sie ihm zu er-finden und zu vervollkommnen. Ebenso hat sie ihm die Anlagen zu einemguten, geselligen, liebenswürdigenCharakter gegeben; er selbst muß ihnausbilden. Und hierin ist der Künst-ler im Stande sein Genie auf dieedelste Weife zu brauchen, und seineArbeit zu einem würklich erhabenenZwek zu richten; wehe ihm, wenn erdiesen Zwek verkennt, und die hoheWürde seines Berufs, die Natur in
ihren