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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
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zündete Lichter unvollkommen erleuch-tet wird. Zn dem Nachtstükwerdendie Stellen, wo das Licht nicht un-mittelbar hinfallt, durch keine merk-liche Widerscheine erleuchtet, es sei)denn, daß sie ganz nahe an demLichte liegen. Alle eigenthümlichenFarben, deren eigentliche Stimmungvon dem natürlichen Tageslicht, oderSonnenschein herkommt, verlierensich in dem Nachtstük, das alle Far-ben ändert. Alles nimmt den Tondes künstlichen Lichtes an, der baldröthlich, bald gelb, bald blau ist,nach Beschaffenheit der Materie, wo-durch das brennende Licht unterhal-ten wird.

Daraus folget, daß das Nachtstükdem Auge durch den so mannichfalti-gcn Reiz der Farben nie so schmei-cheln werde, als ein anderes Stük;und in der That sind die meistenNachtstüke so, daß ein nach Schön-heit der Farbe begieriges Auge we-nig Gefallen daran findet. Ich selbstgestehe, daß ich ein allgemeines Vor-urthcil gegen alle Nachtstüke gehabt,bis ich in der Gallcrie zu Düsseldorfdie fürtrefflichen Stüke des Schal-ken gesehen habe, wo man weder denRcichthum der Farben, noch die Har-monie derselben vermißt.

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Zu Ausführung von Nachtstückenfinden sich gute Lehren im igten und>9tcn Kap. des ;tcn Buches von Lai-resse großen Mahlerbuchc, Bd.». S.66.unter den Aufschristen: Abhandlung desMondes, wegen seiner Anwendung in derMahlcrc» und Abhandlung von derNacht, und den gemachten Lichtern, vonFakeln, Lampen, Kerzen, Feuer.

Naiv.

(Schöne Künste.)

Es ist schwer den Begriff diesesWorts festzusetzen, das so vielfaltignur willkührlich gebraucht wird; daö

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einmal etwas lächerliches, ein ander-mal etwas rührendes und liebens-würdiges ausdrükt. Es scheinetüberhaupt, daß das Naive eine be-sondere Art des natürlich Einfältigensey, und daß dieses alsdenn naivgenennt werde, wenn es gegen dasVerfeinerte und Uebcrlcgte, das ein-mal schon wie zur Regel angenom-men worden, merklich absticht. EinMensch, der fern von der großemgesellschaftlichen Welt erzogen wor-den, der von den feineren Lebcns-t'egeln, von der raffinirtcn, aber zurGewohnheit gewordenen Höflichkeitund dem ganzen Eercmonialgesetz derfeineren Welt nichts weiß, der nurauf sich selbst, und nicht auf das,was andere von ihm denken mögen,Achthat; ein solcherMensch wird inden meisten Gesellschaften etwas la-cherlich scheinen, nach ihren Urthei-len ins Grobe fallen, aber naiv ge-nennt werden. Doch mit eben die-ser Benennung werden auch viele Ge-danken , Empfindungen und andereAeußerungen einer Sevigne' belegt,die zwar innner in der großen Weltgelebt hat, und der das ganze Ge-setzbuch der galanten Welt bis aufden geringsten Artikel bekannt war,die aber sich gar oft den richtigenVorstellungen und natürlich edelnEmpfindungen ihres eigenen Charak-ters überlassen hat, welche nichtsvon dem Modegeprag dessen, waSbei) ähnlichen Veranlassungen die fei-nere Welt zu äußern pflegte, an sichhatten.

Von welcher Seite her man dasNaive untersucht, so zeiget sich, daßes seinen Ursprung in einer mit rich-tigem Gefühl begabten, ivon Kunst,Verstellung, Zwang und Eitelkeit un-verdorbenen Seele habe. Die Ein«falt und Offenherzigkeit im Denken,Handeln und Reden, die mit derNatur übereinstimmt, und aufwei-che nichts willkührliches, oder ge-lerntes von.außenher den geringsten

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