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zündete Lichter unvollkommen erleuch-tet wird. Zn dem Nachtstükwerdendie Stellen, wo das Licht nicht un-mittelbar hinfallt, durch keine merk-liche Widerscheine erleuchtet, es sei)denn, daß sie ganz nahe an demLichte liegen. Alle eigenthümlichenFarben, deren eigentliche Stimmungvon dem natürlichen Tageslicht, oderSonnenschein herkommt, verlierensich in dem Nachtstük, das alle Far-ben ändert. Alles nimmt den Tondes künstlichen Lichtes an, der baldröthlich, bald gelb, bald blau ist,nach Beschaffenheit der Materie, wo-durch das brennende Licht unterhal-ten wird.
Daraus folget, daß das Nachtstükdem Auge durch den so mannichfalti-gcn Reiz der Farben nie so schmei-cheln werde, als ein anderes Stük;und in der That sind die meistenNachtstüke so, daß ein nach Schön-heit der Farbe begieriges Auge we-nig Gefallen daran findet. Ich selbstgestehe, daß ich ein allgemeines Vor-urthcil gegen alle Nachtstüke gehabt,bis ich in der Gallcrie zu Düsseldorfdie fürtrefflichen Stüke des Schal-ken gesehen habe, wo man weder denRcichthum der Farben, noch die Har-monie derselben vermißt.
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Zu Ausführung von Nachtstückenfinden sich gute Lehren im igten und>9tcn Kap. des ;tcn Buches von Lai-resse großen Mahlerbuchc, Bd.». S.66.unter den Aufschristen: Abhandlung desMondes, wegen seiner Anwendung in derMahlcrc» — und Abhandlung von derNacht, und den gemachten Lichtern, vonFakeln, Lampen, Kerzen, Feuer. —
Naiv.
(Schöne Künste.)
Es ist schwer den Begriff diesesWorts festzusetzen, das so vielfaltignur willkührlich gebraucht wird; daö
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einmal etwas lächerliches, ein ander-mal etwas rührendes und liebens-würdiges ausdrükt. Es scheinetüberhaupt, daß das Naive eine be-sondere Art des natürlich Einfältigensey, und daß dieses alsdenn naivgenennt werde, wenn es gegen dasVerfeinerte und Uebcrlcgte, das ein-mal schon wie zur Regel angenom-men worden, merklich absticht. EinMensch, der fern von der großemgesellschaftlichen Welt erzogen wor-den, der von den feineren Lebcns-t'egeln, von der raffinirtcn, aber zurGewohnheit gewordenen Höflichkeitund dem ganzen Eercmonialgesetz derfeineren Welt nichts weiß, der nurauf sich selbst, und nicht auf das,was andere von ihm denken mögen,Achthat; ein solcherMensch wird inden meisten Gesellschaften etwas la-cherlich scheinen, nach ihren Urthei-len ins Grobe fallen, aber naiv ge-nennt werden. Doch mit eben die-ser Benennung werden auch viele Ge-danken , Empfindungen und andereAeußerungen einer Sevigne' belegt,die zwar innner in der großen Weltgelebt hat, und der das ganze Ge-setzbuch der galanten Welt bis aufden geringsten Artikel bekannt war,die aber sich gar oft den richtigenVorstellungen und natürlich edelnEmpfindungen ihres eigenen Charak-ters überlassen hat, welche nichtsvon dem Modegeprag dessen, waSbei) ähnlichen Veranlassungen die fei-nere Welt zu äußern pflegte, an sichhatten.
Von welcher Seite her man dasNaive untersucht, so zeiget sich, daßes seinen Ursprung in einer mit rich-tigem Gefühl begabten, ivon Kunst,Verstellung, Zwang und Eitelkeit un-verdorbenen Seele habe. Die Ein«falt und Offenherzigkeit im Denken,Handeln und Reden, die mit derNatur übereinstimmt, und aufwei-che nichts willkührliches, oder ge-lerntes von.außenher den geringsten
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