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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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niß der Sachen bekommen haben,begreifen sie nicht mehr, wie sieselbst so zuversichtlich bei) der Sachehaben seyn können.

Die Nachläßigkeit in Darstellungund Bearbeitung der Gedanken hatoft ein zu großes Feuer der Begei-sterung zum Grunde, in welcher manalles bestimmt, lebhaft, schön siehtoder empfindet, und sich einbildet,daß man es eben so ausdrüke, obgleichder Ausdruk gar sehr weit hinter derEmpfindung zurüke bleibet. Dagegenverwahrt man sich durch eine fleißigeAusarbeitung, wovon anderswo ge-sprochen worden *).

Die Nachläßigkeitcn, die sich ineinem sonst mit Fleiß und guter Ue-bcrlcgung verfertigten Werke, in we-nigen einzelcn Stellen finden, ma-chen zwar allemal um so mehr widri-ge Fleken, je schöner und vollkom-mener das Werk überhaupt ist; abersie verdienen einige Nachsicht, weiles schwerlich irgend einem Menschengegeben worden, nieachMlasson.So sehr es also gut zu heißen ist,wenn ein Kunstrichter, nachdem ereinem guten Werk hat Gerechtigkeitwiederfahren lassen, die nachläßigenStellen desselben mit Bescheidenheitrüget; so ungerecht und unverstan-dig ist es, wenn er in einem solchenWerk blos die Nachlaßigkeitcn auf-sucht und sie dermaßen ahndet, alswenn das ganze Werk durchausschlecht wäre. Ein Vergehen, dessensich viele Kunstrichter, entweder ausParrhcylichkeit, oder aus Eitelkeitnur gar zu oft schuldig machen.

Die überlegte Nachläßigkeit, derenwir oben erwähnt haben, bestehetbarin, daß unwichtige, aber dochdes Zusammenhanges, oder andrerUmstände halber nothwendige Theilemit wenig Fleiß oder ohne Genauig-keit hingeworfen werden, damit dieAufmerksamkeit sich nicht darauf ver-weile. So behandelt der Mahler gar

*) S. 'Ausarbeitung.

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oft die Nebensachen etwas nachläs-sig, damit es ihm nicht gehe, wiedem Gerhard Dou?, oder dem Franz!Mieris, deren Eemählde gar oftdie Bewunderung unverständigerLiebhaber in Nebensachen erhaltenhaben, da die Hauptsachen unbe-merkt geblieben sind. Auf eine ähn-liche Weise geht es dem ältern Adam,von welchem in Sans-Soußi vierGruppen, die vier Elemente vorstel-lend, sind. Die meisten Menschensehen in der Gruppe, die das Wasservorstellt, blos das fein und künst.lieh in Marmor ausgearbeitete Ff.schcrnetz, und werden davon so ein-genommen, daß sie auf das Ganzeund auf die Erfindung gar nichtachten. Also wäre es viel besser ge-wesen , das Netz nachläßigcr zu be-arbeiten. So findet man, daß diealten Bildhauer und Steinschneidergar oft die Nebensachen mit Nach-läßigkeit behandelt haben. Der Red-ner, der in einer Widerlegung schwa-che Ncbenbeweise seines Gegnersmit eben der Genauigkeit zergliedernund widerlegen würde, als die Haupt-bcweise, würde seiner Sache sehrschaden.

Eines der größten Geheimnisse derKunst besteht darin, daß die Gemü-thcr durch die Kraft-und Richtigkeitin den Hauptsachen so sehr eingenom-men werden, daß die Nachläßigkeitin Nebensachen ihnen nicht merklichwerde. Oft stellen wenige Meister-züge ein Bild mit so großer Lebhaf-tigkeit vor unser Auge, daß wir selbst,ohne es zu wissen, das übrige, waSzur Genauigkeit der Nebensachen-thig ist, hinzudenken, und gar nichtmerken, daß etwas fehlet.

Nachtstü k.

(Mahlereii.)

Sind Gemählde, deren Scene wederSonne noch Tageslicht empfängt,sondern nur durch Zakeln oder augc-

zün-