Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
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In den Fugen ist es eine Haupt-regcl, daß jeder Zwischengedankcnsich auf die Hauptsatze, den der Füh-rer, oder der Gefährte hat, beziehensollen. Dieses wird dadurch erhal-ten , daß man die Tone dieser Zwi- ,schcnsatze aus der Harmonie oder demGesang der Hauptsatze nimmt, wo-durch die freye Nachahmung entsteht.Mau sehe das im Artikel Luge ste-hende Beyspicl, wo am Ende desvierten Takts ein solcher Zwischensatzangeht, der eine frcpc Nachahmungdes Führers ist.

Nachdruk.

(Schone Künste.)

M?an schreibet den Mitteln, wodurchwir in andern Vorstellungen oderEmpfindungen crwcken, Nachdrukzu, wenn sie eine vorzügliche Krafthaben, den Geist oder das Herz leb-haft anzugreifen. Wenn Cäsar demBrutus, den er unter seinen Morderngewahr wird, zuruft: <70 re-u/oi/,auet, on mein Sohn! so liegt eingroßer Nachdruk in dieser Art derAnrede. Der Nähme Sohn, den erseinem Morder gicbt, und der imGriechischen noch zärtlicher klinget,und selbst das sonst unbedeutendegeben dieser Anrede ungemeine Kraftzur Rührung. Der Nachdruk liegthier in vielbedeutenden Nebenbegrif-fen, die durch diese Art dcs Ausdrukscrwekt werden. Bisweilen entsteheter blos aus dem Ton, welchen dieWorte in dem mündlichen Vortragebekommen. In derMusik ist der Tonrichtig angegeben, der genau die Ho-he hat, die er haben soll; nachdrük-lich aber wird er, wenn er mir mehrStarke, oder Zärtlichkeit, oder miteiner andern, dem Ausdruk sehr an-gemessenen, Modificatwit, bebend,oder gestoßen, oder geschleift, mitsich hebender oder mit sinkender Stim-me, angegeben wird. In der Mah-lert,) ist ein Gegenstand richtig aus«

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gedrukt, wenn Zeichnung und Farbeso sind, daß er mit Leichtigkeit er-kannt wird: nachdrüklich aber wirder, wenn wir durch Zeichnung oderFarbe ein besonderes Leben, eine be-sondere Kraft der Deutung an ihmgewahr werden.

Die Werke der Kunst müssen über-haupt das an sich hahen, daß sie mitNachdruk auf die Vorstellungskraftoder aus die Empfindung würkcn;und sie bekommen diese Kraft über.Haupt durch die verschiedenen Artendes Aesthetischen, das darin liegt*).Aber von diesem allgemeiner. Nach-druk ist hier nicht die Rede, sondernnur von dem, der cinzclc Stellenvor andern auszeichnet. Jeder Theilmuß außer der Richtigkeit des Aus«druks, auch das Gepräge des gutenEeschmaks haben; aber Nachdrukmuß nur auf die wesentlichsten Theilegelegt werden. Wer jedes Cinzelenachdrüklich machen will, wird imGanzen gezwungen und ohne Nach-druk. So suchten die spätem griechi-schen Rberorcn, auch einige romischeSchriftsteller, die nach der goldenenZeit des Geschmaks kamen, jedemeinzelen Gedanken eine schänc Wen-dung, oder eine andere ästhetischeKraft zu geben, um überall nach-drüklich zu styn; und eben dadurchwurden sie unnatürlich, und sankendurch die Mittel, wodurch sie sichauf die Hohe ihrer Vorgänger schwin-gen wollten, tief unter dieselben her-ab. Auch in unsrer deutschen Litte-ratur zeigen sich schon hier und daSpuren dieses sinkenden Geschmaks:wir haben auch schon Schriftsteller,die in jeder einzelen Redensart witzig,oder nachdrüklich, oder höchst em-.pfindsam zu seim suchen, und nicht be-denken, baß der Nachdruk im einze-len eine Würze sei), die mit sparsa-mer Hand einzustreuen ist; weil aus

bloßem

») S. AcstpctW.