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moduliren. Spielte man in der sä-uischen Tonart, oder nach itzigerArt zu sprechen aus O, so war esnothwendig O dur, weil das E kei-ne weiche Tonleiter hatte, so we-nig als aus , oder der äolischenTonart, nach einer harten Tonlei-ter konnte gespielt werden. Doch istbis cht die eigentliche Epoche derEinführung der heutigen vier undzwanzig Tonarten, so neu sie auchist, nicht bestimmt. Vermuthlichsind nicht alle neuere halbe Tone aufeinmal, sondern nur allmählig inden Orgeln angebracht worden.Dadurch sind die chromatischen undenharmonischen Gänge in die Musikeingeführt, und daher ist auch dieMamiichfaltigkeit der Modulationenvermehrt worden. In gedachtemsechszehnten Jahrhundert haben ocr.!i»o und Salmas das meiste zumWachsthum der Musik beygctragen.Es scheinet auch, daß der vielstim-mige Sak, und die begleitende Har-monie damals in der Musik einge-führt worden.
In dem lctztverwichenen Jahrhun-dert hat die Musik durch Einführungder Opern und der Conccrtc, einenneuen Schwung bekommen. Manhat angefangen die Künste der Har-monie weiter zu treiben, und mehrmelismatische Verzierungen in denGesang zu bringen. Dadurch ist all-mahlig die sogenannte galante, oderfreyere und leichtere Schreibart undweit mehr Mannichfaltigkeit der Tak-te und der Bewegungen in derMusikaufgekommen. ES ist nicht zu läug-nen, daß nicht dadurch die melodischeSprache der Leidenschaften unge-mein viel gewonnen habe. Aufder andern Seite kann man aberauch nicht in Abrede seyn, daßvon den Verzierungen und den meh-ren, Freiheiten in Behandlung derHarmonie nach und nach ein sogroßer Mißbrauch ist gemacht wor-den, daß die Musik gegenwärtig in
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Gefahr steht, ganzlich auszuarten.In dem vorigen Jahrhundert undin den ersten Jahren des gegenwär-tigen ist die Reinigkeit des Satzes inAbsicht auf die Harmonie und dieRegelmäßigkeit der melodischen Forr-schrcitungen auf das Höchste getrie-ben worden; und es kann nicht gs«läugnet werden, daß nicht beydeszudem ernsthaften Kirchcngesang höchstnothwcndig sei). Vcydc werden ge-genwärtig von vielen gering ge-schätzt, oder gar für uunutzc Pc-danrcrey gehalten, wodurch beson-ders die Kirchenmusik und alle an-dern Gattungen, wo jeder Schrittdes Gesanges ausdrükend und bedeu-tend seyn soll, ungemein viel leiden.Freplich hat man auch an Feuer, Leb-haftigkeit, und an den mauchcrleySchattirungcn derEmpsiudung durchdie Mamiichfaltigkeit der neuer» me-lodischen Erfindung, und selbst durchkluge Uebertretung der strengen har-monischen Regeln, gewonnen. Abernur große Meister wissen diese Vor-thcile zu nutzen.
Daß die Musik in den neuern Zei-ten dem schönen und sehr geschmei-digen Genie, und der feinen Em-pfindsamkeit der Jtaliäner das mei-ste zu danken habe, ist keinem Zwei-fel unterworfen. Aber auch ausItalien ist das meiste, wodurch derwahre Gcschmak verdorben wor-den, vornehmlich die Ueppigkeit dernichts sagenden und blos dasOhr kützeluden Melodien, in dieKunst gekommen. Schwerlich wer-den die meisten Ausländer, die mvielen Stüken gegen das deutscheGenie unüberwindliche Vorurtheilehaben, unsrer Nation das Rechtwiederfahren lassen, das ihr in Ab-sicht auf die Musik gebührt. Siewerden nie mit wahrer Freymü-thigkeit gestehen, daß unsrc Äacke,Handel, Graun, Hasse in die Classeder Manner gehören, die der heuti-gen Musik, die größte Ehre ma-