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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
437
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wo sie notwendig ihre beste Kraftverlieren mußte.

Doch ist in diesen finstern Zeiten,du >ch Erfindung einiger blos zumäußerlichen und zur Bezeichnung derTone dienenden Hülfsmittcl, derGrund zu emcr nachhcrigcn großenVerbesserung gelegt worden. Indein eilftcn Jahrhundert erfand cmBenediktiner Mönch, Guido vonAce,?e>, wie man durchgehende da-für halt, das Linieusystem, um dieTöne, die vorher blvs durch Buch-staben, die man über die Sylbensetzte angedeutet wurden, durch diever ähiedencöage auf demselben, nachihrer opöbe und Tiefe zu bezeich-ne-!. Aus dieser höchsiglüklichcnErfindung entstund nachher, durchallmahlige Zufälle und Verbesserun-gen, die itzt übliche Art die Tonein Noten zu schreiben, wodurchnicht nur jeder Ton nach seinerHohe und Tiefe, sondern auch nachseiner Dauer und andern Abwechs-lungen auf eine sehr bequeme Weisekann bezeichnet werden, welchesden Vortrag eines Tonstuks er-staunlich erleichtert, und eben dar-um auch die Musik selbst in ihrenwesentlichen Theilen befördert hat.Im vierzehnten Jahrhundert solldie Art ein Tonsiük durch Notenzu bezeichnen, durch einen franzö-sischen Doktor der frcycn Künste,Jean ve Meuru oder de Muri»noch mehr vervollkommnet wordenseyn. Wenigstens schreibet manihm die Erfindung der verschiedenenFormen der Noten, wodurch dieDauer der Töne angezeiget wird,zu; woran aber Rousseau, wie esscheinet, nicht ohne guten Grund,zweifelt. Es scheinet aber, daß dieErfindung der Noten, und dessen,was sonst zum Schreiben der Ton-stüke gehöret, erst m dem nächst ver-flossenen Jahrhundert ihre Vollkom-menheit erreicht habe.

Von andern allmahlige« Ver-besserungen der Kunst, in Absichtauf das Wesentliche derselben, wirdman nicht eher richtig urthcilen kön-nen. bis ein Man», der dazu hin-längliche Kcnntniß hat, eine Samm-lung auserlesener Gesänge aus ver-schiedenen Zeiten, nach der ilzigenArt in Noten geschrieben, heraus-geben wird, damit sie mit Fertig-keit können gesungen, und folglichrichtig benrthcilet werden. Dieoben angeführte Nachricht des P.Gcrberrs laßt uns hierüber nichtganz ohne Hoffnung. Am sicher-sten aber wäre diese Arbeit von demberühmten Pater Martini in Bo-logna zu erwarten. Was wir vonder Beschaffenheit der Musik in denMittlern Zeiten noch wissen, betrifftfast allein den Kirchengesang. VonTanz - und andern Melodien älte-rer Zeiten weiß man sehr wenig;und doch würde man uns auchsolche vorlegen müssen, wenn wirvon der Beschaffenheit der alternMusik überhaupt ein Urtheil zu fal-len hätten.

Es scheinet, daß man bis insscchszehnte Jahrhundert die diatoni-sche Tonleiter der Alten, in Absichtauf das Harmonische darin, ohneandere Veränderung als den weiternUmfang in der Höhe und Tiefe, bey-bchaltcn habe: und in Absicht aufdie Modulation ist man lediglichbey den Tonarten der Alten bisauf dieselbe Zeit stehen geblieben.Erst in erwähntem Jahrhundert schei-net der Gebrauch der neuern hal-ben Töne allmahtig eingeführt wor-den zu seyn, wodurch jeder Ton inseinen Intervallen, den andern ohn-gefähr gleich gemacht worden. Ehediese halbe Töne eingeführet wor-den, konnte man nicht anders, alsnach den sogenannten Kirchcntönen')

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°b) S. Tonarten der Alten.