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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
434
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als bloße Tone. Damm können dieEindrüke der Mahlerey und Poesiewiederholt werden, wenn man dieWerke selbst nicht hat. Also müssendie Werke der Musik, die danrendeEmdrüke machen sollen, oft wieder-holt werden. Hingegen, wo es umplötzliche Würkung zu thun ist, dienicht fortdaurcnd scyii darf, da er-reicht die Musik den Zwek besser, alsalle Mittel, die man sonst anwendenkönnte.

Aus allen diesen Anmerkungenfolget, daß diese göttliche Kunstvon der Politik zu Ausführung derwichtigsten Geschaffte könnte zuHülfe gerufen werden. Was fürein unbegreiflicher Frevel, daß siehlos als em Zeitvertreib müßigerMenschen angefthen wird! Brauchtman mehr als dieses, um zu be-weisen, daß ein Zeitalter reich anWissenschaft und mechanischen Kün-sten , oder an Werken des Witzes,und sehr arm an gesunder Vernunftseyn könne?

Es ist nicht unwahrscheinlich, daßdie Musik die älteste aller schönenKünste scy: sie ist mehr, als irgendeine andere, ein unmittelbares Werkder Natur. Darum treffen wir sieauch bcy allen Völkern, und bcy sol-chen, die sonst von keiner andernKunst etwas wissen, an. Es wärealso ein einfältiges Unternehmen, inder Geschichte oder in dem Nebel derFabeln ihre Erfindung aufzusuchen.I des Volk kam; sich rühmen sie er-funden zu haben. Aber angenehmwürde es seyn, die völlige Geschichtevon ihrem allmähligeu Wachsthumzu haben. Es ist aber nicht daranzu denken, daß diese Geschichte auchnur einigcrmaaßen könnte gegebenwerden. Denn die Nachrichten derGriechen, die einzige Quelle, wor-aus man schöpfen könnte, wenn sieweniger rrübe wäre, sind gar sehrunzuverlaßig.

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Ohne Zweifel hatte man schon seitlanger Zeit sehr schöne Gesänge ge-habt, che es irgend einem Mann vonspeculativem Genie eingefallen war,die Tonleiter, woraus die Töne der-selben genommen worden, durch Re-geln, oder Verhaltnisse zu bestimmen,und feste zu setzen. Es ist vergeblichzu untersuchen, wie die Griechen aufihre verschiedene Tonleitern gekom-men sind, und woher die dreycrleyGattungen derselben, die cnharmo-nischc, chromarische und diatonischeentstanden seyen. Die Empfindungallein bildete die ersten Gesänge in ,den Kehlen empfindsanier Menschen. !Diese wareil nach den, mehr oderweniger lebhaften Charakcer desSängers, nach der Starke der Em-pfindung, und dem Grad der Fein- ,heit, oder Beugsamkeit der Werk-zeuge der Stimme, in einem rau-Heren oder sanftem Ton, in gros-sem oder kleinem Intervallen. An-dere dadurch gerührt, versuchtenauch zu singen, und ahmcten demersten nach, oder fielen wegen derUebereinstimniung der Charaktereauf dieselben Tonarten, an welchesich allmählig das Ohr derer, dieihnen zuhörten, gewöhnte. Da-her kam es, daß von den'verschie-denen griechischen Stammen, je-der seine eigene Modulation hatte,und daß Tonleitern von verschie-denen Gattungen eingeführt wur-den. Erst lange hernach wurden siefestgesetzt, und durch Berechnungihrer Verhältnisse genau bestimmt.Der würde sehr irren, der die soge-nannten (ätmora und ü'Ioäos derGriechen für Werke des Nachden-kens und einer methodischen Er-findung hielte. Wollte man noch >mehr natürliche Tonleitern und Ar-ten zu moduliren haben, als unsitzt bekannt sind, so dürste mansich nur die Gesänge der zahlreichenasiatischen Völker bekannt machen,die noch keine geschriebene Musik ha- ^

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