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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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431
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jungen verloren-haben- Man besuchtsie zum Zeitvertreib, oder allenfallsum sich blos für sich selbst jeder nachseinem besonder» Geschmak zu ergö-tzen , und ohne seine Empfindungenaus der Masse des vereinigten Ein-druks zu verstärken, ohne Eindrükezu erwarten, die auf das Allgemeinedes gesellschaftlichen Interesse abzie-len. Was übrigens von diesemZweige der Musik hier könnte gesagtwerden, findet sich in einem beson-der» Artikel *).

Von dem Privatgcbrauch derMusik kommt zuerst die in Betrach-tung , die für gesellschaftliche Tanzegemacht wird. Das was überdie Tanze selbst anderswo gesagtwird **), dienet auch den Werthund den Charakter der dazu gehöri-gen Tonsiüke zu bestimmen. Esbestehet eine so natürliche Verbin-dung zwischen Gesang und Tanz,daß mau deiche unzertrennlich ver-einiget bey allen noch rohen Völ-kern antrifft, wo die Kunst noch inder Kindheit liegt. Daher laßt sichvermachen, daß dieses die ältesteAnwendung der Musik sei). Siedienet frcylich nicht, wie öffeurli-che Musik, die großen auf das All-gemeine, oder aus erhabene Gegen-stände abzielenden Kräfte der Seelein Bewegung zu setzen. Aber dadie mit übereinstimmender körperli-chen Bewegung begleitete Musik leb-haften Eindruk macht, derTauz abersehr schiklich ist, mancherlei) leiden-schaftliche und sittliche Empfindun-gen zu erweken, so wird diese Gat-tung derMusik nicht unwichrig, undkönnte besonders auch zu Bildungder Gemüther angewendet werden.EL ist auch weder etwas geringesnoch etwas so leichtes, als sich man-cher einbildet, eine vollkommeneTanzmelodie zu machen. Vollkom-men aber wird sie nicht blos dadurch,

') S. Oper.

") S. Tanz.

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daß Bewegung, Takt und Rhyth-mus dem Charakter des Tanzes an-gemessen sind, sondern auch durchschildernde musikalische Gedankenoder Satze, die die Art und den Gradder Empfindung, die jedem Tanz ei-gen sind, wol ausdrüken. Darumgehört so viel Genie und Geschmakhiezn, als zu irgend einer andernGattung.

Hiernäehst ist die Anwendung derKunst auf gesellschaftliche und aufeinsam abzusingende Lieder zu betrach-ten. Da solche Lieder, wie ausführ-lich gezeiget worden ist *), von sehrgroßerWichtigkcit sind, so ist es auchdie dazu dienliche Musik. Die Ge-sänge, wodurch Grphcns wilden,oder doch sehr rohen Menschen Lustzu einem wolgesitteten Leben gemachthat, waren nur Lieder, und allem-Ansehen nach solche, wo mehr na-türliche Annehmlichkeit, als Kunst,herrschte. Ich meinerseits wolltelieber ein schönes Lied, als zehen berkünstlichsten Sonaten, oder zwanzigrauschende Couccrte gemacht haben.Diese Gattung wird zu sehr vcrnach-läßiget; und es fehlet wenig, daß Ton-setzer, die durch Ouvertüren, Con-certe, Symphonien, Sonaten unddergleichen, sich einen Namen ge-macht haben, nicht um Vergebungbitten, wenn sie sich bis zum Lied,ihrer Meynung nach, erniedriget ha-ben. So sehr verkehrte Begriffe hatmancher von der Anwendung seinerKunst.

In die letzte Stelle setzen wir dieAnwendung der Musik auf Con-certe, die blos zum Zeitvertreibund etwa zur Uebung im Spielenangestellt werden. Dazu gehörendie Concerte, die Symphonien, dieSonaten, die Solo, die insgemeinein lebhaftes und nicht unangeneh-mes Geräusch, oder ein artiges

und

S. kicd,