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Dennoch konnte sie noch dazu ge-braucht werden, wenn die, denen dieErziehung aufgetragen ist, dieses Ge-schafft nach einem gründlichen Planbetrieben. Denn da jede leidenschaft-liche Empfindung durch die Musik inden Gemüthern kann crwekt werden,so dürfte man nur der Jugend, beywelcher eine gewisse Art der Empfin-dung herrschend seyn sollte, auchvorzüglich solche Stüke, die diesenCharakrer haben, in gehöriger Man-nichfaltlgkcit zum Singen, Spielenund Tanzen vorlegen. Das bloßeAnhören der Musik, auch selbst dasMitspielen, sind aber noch nicht hin-reichend ; es muß noch das Mitsin-gen, und m andern Fällen das Tan-zen dazu kommen. Und so war esbey den Griechen, bey denen dasWort Musik einen weit ausgcdahn-tcrn Begriff ausdrukte, als bey uns.Freylich würde hiezu crfoderr, daßdie, welche in der Musik unterrich-ten, weit sorgfältiger, als gemeinig-lich geschieht, darauf sahen, daßdie Jugend mit wahrem Nachdrukund wahrer Empfindung jedes Stüksauge, oder spielte, und daß derglei-chen Ucdungen durch die Menge de-rer, die sie gesellschaftlich trieben,nachdrüklicher würden. Die größteFertigkeit im Spielen und Singen,und die zierlichsten Manieren, aufwelche man fast allein sieht, tragengar wenig zu dem großen Zwek, vondem hier dieRede ist, bey: wer nichtm'tEmpfindung singt, auf den wür-bet auch der Gesang nichts. In die-sem Stük wäre, wenn dieMufik ebenin dem Grad, wie ehedem geschehenist, zur Bildung der Jugend dienensollte, eine gänzliche Verbesserungdes Unterrichts und der Ucbungen inder Kunst nothwendig, welche in un-fern Zeiten nicht zu erwarten ist.
Auf diese allgemeine Anwendungder Musik folgen die bcsondcrn An-wendungen derselben, gewisse Em-pfindungen bey öffentlichen sehr wich-
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tigcn Gelegenheiten, in den Gemä-chern zu einem bestimmten Zwek leb-haft zu crweken, und eine Zeitlangzu unterhalten. Da wird sie als einMittel gebraucht, den Menschendurch ihre unwiderstehliche Kraftzu Entschließungen oder Unterneh-mungen aufzumuntern, und seineWürksamkeit zu unterstützen. Die-sen Gebrauch kann man bey ver-schiedenen Gelegenheiten von derMusik machen.
Erstlich würde sie zu Kriegsgesän-gen, welche bey den Griechen ge-bräuchlich waren, mit großem Vor-theil angewendet werden. Eine ganzausnehmende Würrung den Muchanzuflammen, würde es thun, wennvor einem angreifenden Heer einChor von vier bis fünfhundert In-sirumenten ein feuriges Tonsiükspielte, und wenn dieses mit demGesang des Heeres selbst abwech-selte, oder ihn begleitete. Unbe-greiflich ist es, da schlechterdingskein kräftigeres Mittel ist, den Muthanzufeuren, als der Gesang, daßman es, da es einmal eingeführtgewesen, wieder abgeschafft hak.Einein verständigen Tonsetzer würdees leicht werden, den besondcrn Cha-rakter solcher Stüke zu treffen, unddas, was sie in Ansehung der Re-geln des Satzes besonders habenmüßten, zu bestimmen. Der Satzsolcher Stüke würde durch ungleichweniger Regeln eingeschränkt seyn,als der für Tonstüke, wo jede Klei-nigkeit in einzelen Stimmen schongute oder schlechte Würkung chunkann. Ich habe zu meiner eigenenVerwunvrung erfahren, daß die un-regelmäßigste Musik, die möglichist, da hundert unwissende Türken,jeder mit seinem Instrument nachGutdünken geleyert, oder gerase?hat, worin nichts ordentliches war,als daß eine Art Trommel diesesrausch nach einem Takt abma.aß,daß dieseMEt hesviW'H in eini-ger