Mus'
bcn 5). Aber auch zum Ausdrukder Empfindung hat der Rhythmuseine große Kraft, wie an seinem Ortegezcigct wird
4. Die Harmonie, nämlich die,welche dem Gesang zur Unterstützungund Begleitung dienet. Schon hier-in allem liegt ungemein viel Kraftzum Ausdruk. Es giebt beruhigen-de Harmonien; andere werden durchrecht schneidende Dissonanzen, beson-ders, wenn sie auf den kraftigstenTaktcheilen mit vollem Nachdruk an-gegeben, und eine Zeitlang in derAuslosung aufgehalten werden, höchstbeunruhigend. Dadurch kann schondurch die bloße Harmonie Ruh oderUnruh, Schicken und Angst, oderFröhlichkeit erwckt werden.
Werden alle diese Mittel in jedembesonder» Falle zu dem einzigen Zwckauf eine geschikte Weise vercmiger, sobekommr dasTonsiük eine Kraft, diebis in das Innerste gefühlvoller See-len eindringet, und jede Empfindungdarin auf das Lebhafteste crweket.Wie groß die Kraft der durch die an-gezeigten Mittel in ein wolgcordnc-tes und richtig charakterifirtes Ganzeverbundenen Töne scy, kann jeder,der einige Empfindung hat, schonaus der Würkung abnehmen, welchedie verschiedenen Tanzmclodien, wennsie recht gut in ihrem besonder» Cha-rakter gesetzt sind, rhu». Es ist nichtmöglich sie anzuhören, ohne ganz vondem Geiste, der darin liegr, beherrschtzu werden: man wird wider Willengezwungen, das, was man dabei)fühlt, durch Gebchrben und Bewe-gung des Körpers auszudrüken. Manweiß aus der Erfahrung, daß keinTanz ohne Musik dauren kann; die-se rcizcc also den Körper selbst zurBewegung; sie hat würklich eine kör-perliche Kraft, wodurch die zur Ve-
") S. Einförmigkeit; Mannichfaltig-kctr; Edcnmacch; Metrisch.
") S. .Rhythmus.
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wegung dienenden Nerven angegrif-fen werden. Cs ist glaublich , daßdurch Musik der Umlauf des Geblü-tes etwas angehalten, oder beför-dert werden könne. Bekannt sinddie Geschichten von dem Einfluß derMusik auf gewisse Krankheiten; undobgleich verschiedenes darin fabel-haft seyn mag, so wird dem, wel-cher die Kraft der Musik auf die Be-wegungen des Körpers genau beob-achtet hat, wahrscheinlich, daß auchKrankheiten dadurch würklich kön-nen gemildert, oder vermehret wer-den. Daß Menschen in schweren An-fallen des Wahnwitzes durch Musiketwas besänftiget, gesunde Menschenaber in so heftige Leidenschaft kön-nen gesetzt werden, daß sie bis aufeinen geringen Grad der Rasercykommen, kann gar nicht gelaugnetwerden. Hieraus aber ist offenbar,daß die Musik an Kraft alle andernKünste weit übertreffe.
Aus diesem Grunde ist hier mehr,als sonst irgend bcy einer andernKunst wöchig, daß sie in ihrer An-wendung durch Weisheit geleitetwerde. Deswegen ist in einigen grie-chischen Staaten, als sie noch in ih-rer durch die Gesetze richtig bestimm-ten gesunden Form waren, dieserPunkt ein Gegenstand der Gefetzegewesen. Er verdienet, daß wir ihnhier in nähere Betrachtung ziehen.
Mau braucht die Musik entwederin allgemeinen oder besonders be-stimmten Absichten; bcy öffentlichen,oder bey Privatangelegenheiten. Esgehöret zur Theorie der Kunst, daßdiese Fälle genau erwogen werden,und daß der wahre Geist der Musikfür jeden bestimmt werde. Damitwir das, was in den besondern Ar-tikeln über die Gattungen und Artender Tonstnkc vergessen, oder sonstaus der Acht gelassen worden, eini-germaaßen ersitzen, und einem Ken-ner, der künftig in Absicht auf die
Musik