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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
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dung werden,' und wie eine Folgevon söneu zusammenzusetzen sei), daßder, der sie höret, in Empfindunggesetzt, eine Zeillang darin unterhal-ten. und durch sanften Zwang genö-lhiget werde, derselben nachzuhan-gen, In der Auflösung dieser Fragebcsiehc die ganze Theorie der Kunst,deren verschiedene Arbeiten hier nichtumständlich zu beschreiben sind, abervollständig anzuzeigen waren, wennunsre Kenntnis so weit reichte. DieseMittel sind:

>. Der Gesang, oder die Folgeeinzelcr Tone, in sofern sie nach derbcsondcrn Natur der Empfindunglangsamer oder geschwinder fortflies-sen, geschleift oder gcsioßcn, ticfausder Brust, oder blos aus der Kehlekommen, in größern oder kleinen!Intervallen von einander getrennt,starker oder schwächer, höher odertiefer, mit mehr oder weniger Ein-förmigkeit des Ganges vorgetragenwerden. Eine kurze Folge solcherTone, wie z. E. diese:

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wird ein melodischer Satz, ein Ge-danken in der Musik gencnnt. Je-dermann empfindet, daß eine uncnd-licheMenge solcher Satze ausgedachtwerden können, deren jeder den Cha-rakter einer gewissen Empfindung,oder einer besonder!! Schattirung.derselben habe. AuS verschiedenenSätzen, deren jeder das Geprägeder Empfindung hat, besieht derGesang. Es laßt sich leicht begrei-fen , wie ein solcher Satz) ein sanf-tes Vergnügen, oder muntere Fröh-lichkeit, oder hüpfende Freude; wieer rührende Zärtlichkeit, finstereTraurigkeit, heftigen Schmerz, to-benden Zorn, u. d. gl. ausdrükenkönne. Dadurch also kann dieSprache der Leidenschaften in unar-

tikulirten Tönen nachgeahmt werden.In jeder Art können die Töne durcheine, oder mehrere Stimmen a»ge-gcbcu werden, wodurch die daher zuerwckcnde Empfindung auch mehroder weniger stark angreift, dasGe-müth beruhiget oder erschüttert H.Schon darin liegt ungemeine Kraftaus die Gemürhcr zu würken. Alsosind dergleichen melodische Gedanken,mit einem leidenschaftlichen Ton vor-getragen, das erste Mittel.

2. Die Tonart, in welcher ein Ge-danken vorgetragen wird. Die Em-pfindungen des Herzeus haben cinmsehr starken Einfluß auf die Werk-zeuge der Stimme; nicht nur wirddadurch die Kehle mehr oder weni-ger geöffnet, sondern sie bekommtauch eine mehr oder weniger wolklin-gende oder harmonircnde Stimmung.Dieses empfindet jeder Mensch, derandre in Affekt gesetzte Menschen re-den höret. Wenn also unter deninannichfaltigm Tonleitern, deren je-de ihren bcsondcrn Charakter hat*»),diejenige allemal ausgesucht wird,deren Stimmung mit dem Geprägejeder einzeln Gedanken übereinkommt,so wird dadurch der wahre Ausdnikder Empfindung noch mehr verstärkt.Also sind Tonarten und Modulatio-nen , durch welche selbst einerlei) Ge-danken verschiedene Schattirimgender Empfindung bekommen, daszwcyte Mittel, wodurch der Setzerseinen Zwck erreicht f).

z. Das Metrische und Rhythmi-sche der Bewegung in dem Gesänge,wodurch Einförmigkeit und Man«nichfaltigkcit erhalten wird. DerGesang bekommt dadurch Schön-heit, oder das unterhaltende We-sen, wodurch das Gehör gereiztwird, auf die Folge desselben fort-dauernde Aufmerksamkeit zu ha-ben.

-ch S. Stärke.

55) S. Tonarten.

s) S. Tonart; Modulation.