M o d
daß gleich im Anfange der Tondurch den Klang seiner wesentlichenSaiten, der Octav, Quint undTerz dem Gehör cingepraget werde;hernach, daß der Gesang, so wiedie Harmonie, durch die verschiede-nen Töne der angenommenen Ton-leiter durchgeführt, hingegen keinederselben fremde Töne, weder im Ge-sang noch in der Harmonie , gehörtwerden.
Dabey ist aber eine Mannichfal-tigkeir von Aceordcn nothwendig,damit das Gehör die nöthigc Ab-wechslung empfinde. Man mußnicht, wie magere Harmouisten thun,yur inimer sich auf zwcy oder drei)Aceordcn herumtreiben, oder in Ver-setzungen wiederholen, vielwenigcr,ehe das Stnk oder der ersieAbschnittzu Ende gebracht worden, wieder inden Hanptton schließen; und dadurchans die Stelle kommen, wo man an-fanglich gewesen ist.
Die Regel, daß man nur solcheTöne hören lasse, die der angenom-menen Tonleiter zugehörcn, darfaucheben nicht auf das strengste beobach-tet werden. Es geht an, daß man,ohne den Ton, darin man ist, zu ver-lassen, oder das Gefühl desselben aus-zulöschen, eine ihm fremde Saiteberühre. Aber es muß nur wie imVorbcygang geschehen, und manmuß sie sogleich wieder verlassen.Man könnte in L dur, anstatt alsozu moduliren,
469 8 87
1
51
auch wol auf folgende Weife fort-schreiten,
52-
—
— —
Mod 409
6 ^
--
22 '
v Ii
ohne daß durch die zwei) frcmdenTö-ne, die hier gehört werden, das Ge-fühl der Tonleiter v dur ausgelöschtwürde. Nur müssen nicht solchefremde Töne genommen werden, dieder Tonleiter völlig entgegen sind,wie wenn man in v dur vis oder vishören ließe; den» dadurch würde so-gleich das Gefühl einer sehr entfern-ten Tonart erwekt werden.
Man kann auf diese Weise ganzeStüke, oder Abschnitte von zwölf,ftchszchn und mehr Takten machen,ohne langweilig zu werden'"). Die-ses sey von der Modulation in einemTon gesagt.
Die andere Art, oder das, wasman insgemein durch Modulationverstehet, crfodert schon mehr Kcnnt-niß der Harmonie, und ist größernSchwierigkeiten unterworfen. Esist kein geringe? Theil der Wissen-schaft eines guten Harmonisten, län-geren Stükcn durch öfteres Abwech-seln des Tones eine Mannichfaltig-keit zn geben, wobei) keine Härte,die aus schnellen Abwechslungen ent-steht, zu fühlen sey. Dieser Punktverdienet demnach eine genauere Be-trachtung.
Von der Nothwendigkcit, in lan-gem Stükem Gesang und Harmoniedurch mehrere Töne hindurch zu füh-ren, zuletzt aber wieder auf den erstenHauptton zukommen, und von denAusweichungen und Schlüssen, wo-durch dieft Modulation erhalten wird,ist bereits in einem andern Artikelgesprochen worden "), den Anfängerhier vor Augen haben müssen. Dortist auch gczeiget worden, wie die vcr-C c 5 fthie«
Man sehe was hierüber in dem Ar-tikel Fortschreitung angemerkt w»r->den.
»») S- Art. Ausweichung.