Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
408
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von ihm gewählten Stellung hinge-stellt wird, damit die Schüler dar-nach zeichnen können. Doch wirdder Name bisweilen auch andern ausThon, Gyps, oder einer andern Ma-terie gebildeten Figuren oder Formengegeben, nach welchen ein Werk ge-zeichnet, oder gebildet wird. Wennvon Mahlcracadcmicn die Rede ist,so bedeutet Modell insgemein einenlebendigen Menschen, der wegen sei-ner Schönheit und gutem Verhaktnißaller Gliedmaaßen den Nachzcichnernzum Muster dienet. Mooellircnnennt man Formen aus Wachs oderThon bilden, welche hernach zu Mu-stern dienen. Wenn nämlich derBildhauer ein Werk von Holz, Steinoder Metall verfertigen soll, so kanner nicht wie der Mahlcr sich mit ei-ner davon gemachten Zeichnung, inwelcher die Gedanken entworfen, undallmahlig in völligerRcifevorgestelltwerden, behelftn; er muß nothwcn-dig ein seinem künftigen Werk ähnli-ches und würklich körperliches Bildvor sich haben. Dieses wird von ei-ner gemeinen, zähen und weichenMaterie gemacht, damit man mitLeichtigkeit so lange daran andern,davon wegnehmen, oder dazu setzenkönne, bis man das Bild so hat, wiees die Phantasie, oder die Natur, demKünstler zeiget. Erst, wenn dasModell vollkommen fertig ist, nimmt,der Bildhauer denMarmorznr Hand,den er so genau als möglich nachseinem Modell anshaut. Das Mo-delliren ist also dem Bildhauer ebenso nothwendig, als das bloße Zeich-nen dem Mahler. Aber in gar vielFallen ist es auch diesem begnaheunentbehrlich. Es kommt ihm nichtnur in einzelen Figuren, sondern vor-nehmlich bey Gruppirung derselbenund zur genauen Beobachtung desLichts und Schattens, auch der Pcr-spektiv sehr zu statten, wenn er seineFiguren in den Stellungen, die erihnen zu geben gedenkt, mvdellircn,

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und denn in Gruppen nach der ihmgefälligen Anordnung vor sich setzenkann *). Es ist deswegen de» An-fangern der Mahleren sehr auzuca-then, daß sie mit der Zeichnung auchdas Modellen lernen, wovon ver-schiedene große Mahlcr guten Vor«thcil gezogen haben.

Modulation,

(Musik.)

Aas Wort hat zweyerley Bedeu-tung. Ursprünglich bedeutet es dieArt eine angenommene Tonart im Ge-sang und dcrHarmouie zu behandeln,oder die Art der Folge der Accordevom Anfange bis zum Schluß, oderzur völligen Ausweichung in einen an-dernTon. In diesem Sinn brauchtMartianus Capclla dasWort IVlollu-Istio ; und in diesem Sinne kann mauvon den Kirchentonarten sagen, jedehabe ihre eigene Modulation, dasist, ihre eigene Art fortzuschreiten,und Schlüsse zu machen. Gemeinig-lich aber bezeichnet man dadurch dieKunst, den Gesang und die Harmonieaus dem Hauptron durch andreTon-arten vermittelst schiklicher Auswei-chungen durchzuführen, und vondenselben wieder in den ersten, oderHauptton, darin mau immer dasTo n stük schkießt, einzulcn ke n.

In ganz kurzen Tonstuken also,die durchaus m einem Ton gesetztsind, oder in langen Sticken, daman im Anfang eine Zeitlang indem Hanpttone bleibet, ehe manin andre ausweichet, bestehet diegute Modulation darin, daß manmit gehöriger Mannichfaltigkeit denGesang und die Harmonie eine Zeit-lang in dem angenommenen Tonefortsetze, und am Ende darin be-schließe. Dieses crfodert wenigKunst. Es kommt blos darauf an,

daß

*) S. Anordnung I Th. S. 157.