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schicdenenTöne am natürlichsten undungezwungensten auf einander fol-gen können, und wie lange man sichohngefähr in jedem neuen Ton auf-halten könne, ohne sich ganz in derModulation zu verirre». Aber manmuß wol merken, daß jene Regelnnur gelten, in sofern es um einengefälligen und wolfließenden Gesangzu rhu» ist. Der Ausdruk und dieSprache der Leidenschaft erfodcrnoft ein ganz anderes Verfahren.Wenn sich die Empfindung schnellwendet, so muß auch der Ton schnellabwechseln. Also bleibet uns hiernoch übrig, von den allgemeinenRegeln der guten Modulation zusprechen.
Sie ist nicht in allen Arten derTonstüke denselben Regeln unterwor-fen. Das Recitativ crfodert mei-stentheils eine ganz andere Modula-tion, als der eigentliche Gesang; dieTanzmclodien und die Lieder sind inderModulation sehr viel eingeschränk-ter, als die Arien, und diese mehr,als große Concerte. Also kommt beyderModulation die Natur des Stüksund besonders seine Lange zuerst inBetrachtung. Hernach muß manauch bedenken, ob die.Modulationblos eine gefallige Mannichsaltigkcitund Abwechslung zur Absicht habe,oderobsie zur Unterstützung des Aus-drucks dienen soll. Dergleichen Be-trachtungen geben dem Tonsetzcr inbesondern Fällen die Regeln seinesVerhaltens an, und zeigen ihm, woer weiter von dem Hauptton aus-schweifen könne, und wo er sich im-mer in seiner Nachbarschaft aufhal-ten müsse; wo er schnell und allen-falls mir einiger Härte in entfernteTone zu gehen hat, und wo seineAusweichringen sanfter und all-mählig seyn sollen. Lauter Be-trachtungen von Wichtigkeit, wennman sicher seyn will, für jeden be-sondern Fall die beste Modulationzu wählen.
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Durch die Modulation kann derAusdruk sehr unterstützt werden. InSticken von sanftem und etwas ruhi-gem Affekt muß man nicht so oft aus-weichen, als in denen, die ungestü-mere Leidenschaften ausdrükcn. Em-pfindungen verdrießlicher Art vertra-gen und erfodern sogar eine Modu.lation, die einige Härte hat, da einTon gegen den nächsten eben nicht all-zusanft absticht. Wo alles, waszum Ausdruck gehöret, in der größ-ten Genauigkeit beobachtet wird, dasollte auch die Modulation so durchden Ausdruck bestimmt werden, daßjeder eiuzele melodische Gedanke in !dem Ton vorkäme, der sich am be- ^sten für ihn schiket. Zärtliche undschmerzhafte Melodien, sollten sichnur in Molltonen aufhalten; diemuntern Drirtone aber, die in derModulation des Zusammenhangeshalber nothwendig müssen berührtwerden, sollten gleich wieder verlas-sen werden.
Es ist einer der schwerestcn Theileder Kunst, in der Modulation un-tadclhaft zu seyn. Deswegen istzu bedauern, daß die, welche überdie Theorie der Kunst schreiben,sich über diesen wichtigen Artikel sowenig ausdähnen, und genug ge-than zu haben glaub n, wenn siezeigen, wie man mit guter Art vondem Haupttone durch den ganzenZirkel der 24 Tone herumwandeln,und am Ende wieder in den erstenTon einlenken solle. Die Duettevon Graun können hierüber zu Mu-stern dienen.
(*) Ausser den, bei) dem Art. Ac-corS angeführten, größtcnthcllS hie-her gehörigen Schriften, findet sich im4ten Bd. S. 688 der Burne»schcn btts-rar)' o5 ,V!uliI< ein Werk von Jos.Feick, On ü/loclalscilln saä ^ccom-
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