Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
407
Einzelbild herunterladen
 

M o d

Mod 407

werden; mithin wäre alsdenn derModel nur der ZisteThcil von 54Fuß oder - Fuß Zoll. ^ Wollteman noch überdcm die Säulen aufSäulcnstühlc stellen, und diesen 4Model geben: so ist klar, daß dieganze Hohe der Ordnung alsdenn von2; Modeln müßte genommen wer-den. Mithin wäre in diesem Fallein Model der 2;ste Theil von 6uoder von 54 Fuß.

Vignola, der jeder Saulenord-nung ihre eigene Hähe giebt, findetden Model auf folgende Weise. Ertheilt die ganze Hohe in 19 Theile.Davon nimmt er 4 Theile zum Po-stament, z zum Gebalkc und die- übrigen > 2 für die Säule- Will niankein Postament haben, so wird dieganze Hohe in fünf Theile gethcilt,davon einer zum Gcbalke, und vierzur Säule gerechnet werden. Wobei)aber offenbar ist, daß das Vcrhält-niß des Gebälkes zur Säule in denzwey Fällen nicht dasselbe bleibet.

Dieses gilt nur von den Gebäudenvon einer einzigen durchgehendenOrdnung. Sollen zwey oder mehrOrdnungen auf einanderkommeu, sohat nothwcndig jede Ordnung ihrenbesondern Model. In zwey aufein-ander stehenden Ordnungen muß derModel der obern zu dem Model deruntern, auf welcher jene steht, sichverhalten, wie die Dike des unternStammes zu der Dike des ciugezo>,geneu Stammes *). Alsdeun wirddie Berechnung, des Models etwasschwerer. Ein Veyspiel aber kannhinlänglich scyn, die Art dieser Be-rechnung zu lehren.

Laßt uns sehen, es müsse ein Ge-bäude »oo Fuß hoch, von zwey übereinander stehenden Ordnungen, einerniedrigen und einer hohen, aufgeführtwerden, und die Säulen sollen aufPostamenter von vier Modeln kom-men. Auf diese Art wird die ganzeHöhe der untern niedrigen Ordnung

*) S. II-Herstellung.

24 Model) der Hähern aber 28 Mo-del seyn *). Mithin müssen die 24Model der niedrigen und die 28Mo-del der hohern Ordnung hundert Fußausmachen. Allein dabei) muß auchdiese Vedingniß statt haben, daß dieobern Model zu den untern steh ver-halten wie 4 Zu 5- Denn so verhältsich die untere Dike der niedrigenSäule zu der obern Dike. Wennman also für den untern Model x se-tzet, und für den obern so müssendiese beyde Bedingnisse erfüllt wer-den:

1. daß x : zrrm 5 : 4.

2. daß 24 x f 2Z) 1^1 100.Daher findet man x oder den unternModel 2^- Fuß: den obern aberi Fuß und GH. Dicsemnach würdedas untere Geschoß 24 mal 2/5,oder 51 GH Fuß, das obere 48^ Fußhoch werden.

Wicwol der Model keine bestimmteGroße hat, so hat man doch nochkein so großes Gebäude gesehen, des-sen Model über vier Fuß, noch einso kleines, dessen Model unter einemFuß gewesen wäre. Außer dem Mo-del, wodurch die Verhaltnisse derHauptthcilc bestimmt werden, gicbtes noch einen andern, der blos zurVerzierung der Thürcn und Fenstergebraucht wird. Sind au diesen Ocff-nungen Säulen, so wird der Model,so wie der Hanptmodcl nach der Sau-lendike genommen. Werden aberdiese Oeffnungen blos mit Einfassun-gen verzieret, so kann füglich die Ho-he des Gesimses zum Model genom-men werden.

Mode!!.

(Zeichner.de Künste.)

To nennet man die Person, welchein Zeichnungsschulen von dem Mei-ster derselben, nakend und in einer

Cc 4 von

H S. Sckulcnvrdllling.