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3 (1793) [K - Q]
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404
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404 Mit

tige, wodurch, wie Hagedorn sichglücklich ausdrükt *), die Schattengleichsam nur über die Gegenstandeschweben, dieses ist die Würkungder Mittelfarben.

Also bangt die wahre Vollkom-menheit des Colorits ganz von denMittclfarbcn ab. Sie sind es, dieuns in den schönsten Gemahlden derNiederländer bezaubern, und unsvergessen machen, daß wir ein Ge-mahlde sehen. Ohne sie kann keinEcmablde in Erfindung, Zeichnungund Anordnung groß seyn; kein ausder Natur nachgeahmter Gegenstandaber sein wahres Ansehen bekommen.Nur rin außerordentlicher Fleiß, denviele ail den hollandischen Mahlernzu verachten scheinen, von einemhöchst empfindsamen Auge unterstützt,führet zu der Fertigkeit die wahrenMittclfarbcn der Natur zu entdcken,und die Gegenstände in der vollkom-menen Färbung der Natur vorzu-stellen.

Nichts würde vergeblicher seyn,als den jungen Mahler durch Regelnin der Kunst der Mittelfarbcn unter-richten zu wollen. Hat er das feineGefühl, was dazu erfodert wird, sokann man ihm weiter nichts sagen,als daß ihm eine genaue Beobach-tung der Natur und der wunderba-ren Werke der Niederländer empfoh-len wird.

Mittelstimmen.

(Musik.)

Sind in einem Tonstük die Stim-men, welche außer dem begleitendenBasse den Hauptgefang durch har-monische Ausfüllungen begleiten.Denn in vielstimmigen Sachen, dajede Stimme ebenfalls eine Haupt-mclodie hat, würde dieser Name un-recht den zwischen dem Basse unddem Discant liegenden Stimmen ge-

») Bewachtungen über die MahlcreyS. zo,.

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gehen 'werden.' Die Mittelstimmenhaben nie eine nach allen Theilcnausgearbeitete Melodie. Zwarist esallemal ein großer Mangel, wenn sieganz ohne Gesang und für sich be-stehenden Ausdruk sind; aber ihreMelodie muß sehr einfach ftyn, da-mit sie den Hauptgesang, den siegleichsam nur von weitem begleiten,nicht verdunkeln mögen.

Die Hauprmelodie ist allemal dasWesentliche des Tonstüks*), nachihr der Baß, der die Harmonie lei-tet; die Mittelstimmen müssen ausder Harmonie, oder Folge der Ac-corde die schiklichstcn Töne zur Un-terstützung des Gesanges nehmen.Sind sie selbst ohne alle Melodieund nur aus cinzelen, zwar in derHarmonie richtigen, aber unter sichnicht zusammenhangenden Tönenzusammengesetzt; ist darin nichtsvon Takt und Rhythmus: so lei-sten sie auch wenig Hülfe, und eswäre in solchem Fall eben so gut,daß die Hauptsiimme blos durchden Generalbaß begleitet würde.Zu dem kommt noch, daß in sol-chem Falle diejenigen, welche dieMittelsiimmen spielen, den Ausdrukdes Stüks nicht empfinden, folg-lich nicht einmal, wie es seyn sollte,ihn durch guten Vortrag unterstü-tzen können.

Also ist nothwendig, daß jede Mit-telsiimme einen mit der Hauptmclo-dic im Charakter übereinstimmendenGesang habe, der höchst einfach sey.Nur da, wo die Hauptstimme ent-weder pausirt, oderaushalrendeTö-ne hat, ist den Mittelstmimen er-laubt, einige eigene Sätze, oder Ge-danken vorzutragen, wenn es nurauf eine Art geschieht, die dem Haupt-gesang keinen Abbruch thut. Mannimmt in die Mittelsiimmen diejeni-gen zur vollen Harmonie gehörigenTöne, die weder der Baß noch die

Haupt-

S. Melodie.