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gen," dadurch andre elend werdenkönnen, auf eine dauerhaste Weisein die Gemürher pflanzen kann.Aber er hüte sich, uns ein blos ein-gebildetes Elend, als ein würklichesvorzustellen. Er fodre nicht vonuns, daß wir mit einem König Mit-leiden haben, der durch unverzeih-liche Schwachheit darum sich unglük-lieh fühlt, weil er feineNeigung zu ei-ner Bnhlerin dem Besten des Staatsaufzuopfern nicht im Stande ist.Dieses verdienet mehr unfern Unwil-len, als unser Mitleiden. Er ma-che uns nicht weichherzig, wennEato den Untergang der Freiheitnicht überleben will, und sich vondein weit größer» Elend, derSchmeichler eines Tyrannen, oderallenfalls auch nur der Zeuge seinerHandlungen zu seyn, durch einenfreywil'igenTod befreyt; oder wennein rechtschaffener Mann, wie Pho-ciou, ein Opfer der Tyrannei) wird,da sein Tod uns nur Hochachtungfür ihn erfüllet. Der Held bedarfunscrs Mitlcidcns nicht, und denTyrannen verabscheuen wir, ohneerst durch dieses Mitleiden dazu ver-mocht zu werden.
Mittelfarben.
(Mahlcrey.)
Man ist über die Bedeutung diesesWorts nicht überall einstimmig. DerHr. von Hagedorn merkt an '), daßdiejenigen den Sinn desselben zu sehreinschränken, die nur die Schatti-ruugcn, die zu den Halbschatten ge-braucht werden, darunter verstehen,da man auch in dem ganzen LichteMittelfarben haben muß; er dehnetauch die Benennung sogar auf dieFarben aus, wodurch die Würkungder Wiederscheine besonders ausge-drükc wird. Nach diesen Begriffengehört jede Farbe oder jede Tinte,
S. Betrachtungen über die Mahlcrey.
S. üjji.
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die aus Vereinigung zwcyer in ein-ander übergehender Farben entsteht,oder derselben zu Hülfe kommt, zuden Mittelfarben. Die Mittelstar-ken aber bekommen nach ihrem Ur.sprnng und ihrer Anwendung ver-schiedene Namen. In sofern sieaus ganzen Farben durch Vermin,dcrung ihrer Starke entstehen, wer-den sie gebrochene Farben gencnnt;und indem sie zu Schattirungen zwi-schen Licht und Schatten gebrauchtwerden, bekommen sie den Namender Halbschatten und der Zwischen-farben.
Ueberhaupt also gehören alle Tin-ten, wodurch die eigcnthümliche Far-be eines Gegenstandes von dem höch-sten Licht allmahlig abnimmt, es fey,daß sie sich in ganzen oder halbenSchatten verlieret, oder nur in eineandere weniger helle Farbe hinüber-geht, zu den Mittelfarbcn. Mansieht Köpfe von van Dyk, an denenman keine Schatten wahrnimmt, obsie sich gleich vollkommen runden.Diese Würkung ist eben sowol denMittclfarben zuzuschreiben, als dieähnliche Würkung, die durch Lichtund Schatten erhalten wird. Diemeisten Farben also, die von demPinsel auf das Gemählde getragenwerden, sind Mittclfarben, und durchsie wird die wahre Haltung und Har-monie hervorgebracht. Die flachechinesische Mahlerey unterscheidet sichvon der mistigen durch den gänzlichenMangel der Mittelfarbcn.
Einigermaßen könnte die Haltungohne Mittclfarben, durch dunkeleSchraffirungen erreicht werden, wo-von wir an vielen Kupferstichenetwas Aehnliches sehen. Aber diewahre Farbe der Natur, die wun-derbare Harmonie, da aus unzäh-ligen Tinren, deren jede ihre beson-dere Farbe hat, nur ein einzigeswarmes und duftendes Farbenklcid.des Nakcndcn entsteht, so wie derliebliche Schmelz und das Ourchsich-
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