Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
317
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wird er sowol ans diesen Schriftstel-lern, als auch den in Kupfer gestoche-nen Geinahlden, die Pierro SanroSarroli herausgegeben. aus denen,die der Englander Turnbnll»), abernur nach Copien von Copien, in 5caPlatten hat siechen lassen, und cnd-lieh aus deiun, die im alten Herku-lanum entdekt worden, und aus derSammlung, die der Graf Castusmit Farben illuminirt herausgegebenhac **), erkennen können, wie weitdie Griechen und nach ihnen die Rö-mer die Kunst gebracht haben-.

Man muß ihnen die höchste Rich-tigkeit und den vollkommensten Aus-druk Verzeichnung zugestehen; Thei-ie, in denen die ncuern Mahlcr denalten nie gleich gekommen sind. Aberi in Ansehung der Anordnung undGruppirung, besonders in der per-spektivischen Zeichnung, glaubet mandurchgehends, und wie es scheinet,nicht ohne Grund, daß unsre Künst-ler die alten übertreffen. In derThac ist in dem, was uns von altenGcmahlden übrig geblieben ist, eineEinfalt, die wenig überlegtes, inAnsehung dieses Theilcs, verralh.Man sollte daher glauben, daß dieAlten ihre ganze Aufmerksamkeit nichtsowol darauf gerichtet haben, daßdas Ganze des Geniahldes gut indas Auge falle, als darauf, daß jedecinzcle Figur redend sey. Gar oftsind die Figuren auf einer Linie nebeneinander gestellt; aber fast allemalmerket man ohne großes Forschen,

') Tumbulls Sammlung , die 1740 inLondon herausgekommen, ist nachZeichnungen gemacht, die der berühm-te D. Mead besaß, und die ehedemdem Cardinal Maßinn gehvcc hat-ten. Dieser soll sie aus einer stiremSammlung gemahlter Zeichnungen,die nach einiger Bcrnuuhung demRaphael gehört haben, und in derBibliothek dcS Escurials aufbehaltenworden, haben coptren lassen.

") streuest äe5psinlur«i»nrigcies> st?»,-ri, 17z/. lol.

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was jede bey der Handlung denkt undempfindet.

Weil die Alten nicht mit Oclfarben,sondern mcistentheils mit Wasserfar-ben mahlten, so waren ihre Farbenlebhafter und Heller, Als sie ihr in derOclmahlcrey sind. Daher konntenfreylich ihre Gemähldc die vollkom-mene Tauschung, die aus der genaue-sten Beobachtung des Hellen undDunkeln, der völligsten Harmonie,dem Verflossenen und Geschmolzenender Oelfarbcn entstehet, nicht haben.Man hat einige Mühe, sich an dieSchönheit der allemal hellen Farben,und an die Schwachheit des soge-nannten Helldunkeln, das in den Ge-Mahldeu der Alten ist, zu gewöhnen.Daß ihr Colorit auch dauerhaft ge-wesen, läßt sich daraus schließen, daßviele Gemähldc etliche Jahrhunderte,nachdem sie verfertiget worden, nochdie Bewunderung derRömcr gewesen.Wicwol wir vom Cicero lernen, daßviele ausgcblaßt sind *). Vermuth-lich haben sie durch öfteres Ucbcrmah-len, wie »och cht geschieht, ihnendie Dauer gegeben. Pfimus sagt,daß Procagoras das Geniahlde vomJalysus, welches er für die Rhodicrgemacht, viermal übermahlt habe.

Alles zusammengenommen, möcl>-te bey Vergleichung der alten undneuen Kunst der Mahlcrey der Aus-schlag doch wol den Neuern günstigseyn, ob sie gleich in einem so sehrwichtigen Theile, als die Kraft derZeichnung ist, jene nicht erreichen.

In Ansehung des Inhalts undder mannichfaltigen Anwendung derKunst, haben wir nichts vor den Al-ten voraus. Bonden kleiner»Spie-len der Phantasie, bis auf die höch-sten historischen und allegorischenGemähldc, haben sie eben so große

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cZuznw colorum pulcllntustins et vs-lieiste st »icllor» lunr in piAuists no.vis pletayuc, in veleribu» ?. De

yr»r. IIb.