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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
316
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Rundung dcr Körper, durch die Mit-telfarben endlich ihr ganzes Ansehenkönne nachgeahmt werden, war einsehr langer und schwerer Weg zurükzu legen. Ein mcht minder langer,nur vom Genie zu cntdckcndcr Wegwar auch nöthig, der angefangenenKunst, einzelc sichtbare Gegenständenachzuahmen, nach und nach dieVeredlung und Erhöhung zu geben,wodurch sie zu einem so vollkommenenMittel worden ist, so mannichfaltigergötzende, den Gcschmak und dieEmpfindung erhöhende Vorstellun-gen dem Auge darzustellen.

Wenn wir den Griechen glauben,so ist von allen diesen unzähligenSchritten und Erfindungen keine, dieman nicht ihnen zu danken hatte; sienennen den, der zuerst versucht hat,Umrisse zu zeichnen; den, dcr zuersterfunden hat, Farben zu mischen;den, der zuerst mehrere Farben zueinem Gemahlde gebraucht; der dieAbwechslung des Lichts und Schat-tens erfunden; dcr die verschiedenenStellungen und Bewegungen ausge-drillt hat, und mehr dergleichenDinge. Wir haben aber bereits imVorhergehenden angemerkt *), wiewenig diesem Vorgeben zn trauen,und wie zuverlaßig falsch das meistedavon sey.

Wahrscheinlich ist es, daß die er-sten Gemahlde, die cinigermaaßendiesen Namen verdienen, nicht Werkedes Pinsels, sondern dcr Nadel, oderaus gefärbten Steinen zusammenge-setzte Werke gewesen, und daß vongestikten, gewurkten oder mosaischenMahlereyen die andern Arten derGemahlde entstanden scycn**). DieBabylonier aber haben unstreitig eherals die Griechen buntgcwürktc Tape-ten gehabt, in welcher Arbeit sie vorandern Völkern berühmt worden s).') S. Künste.

") S. Mosaisch.

st) Lolores öivertos piAurze iricexere

Lilb^Ionios maxime ceieluavir. Min.

I ..XX. c.45.

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Und die Griechen können nicht in Ab.rede seyn, daß nicht die Phrygstreher als sie gcstikt haben

Darum bleibet aber diesem geist. !reichen, an Genie und Gcschmak alleNationen übertreffenden Volke, noch !genug Verdienst um die Mahlercy !übrig. Denn unstreitig haben alleTheile derselben, sowol was das Me-chanische der Ausführung, als wasden Gcschmak, den Geist und die An-Wendung der Kunst betrifft, von de»Griechen die höchste Vollkommenheitbekommen, und sie sind hierin dieLehrmeister aller nachherigen Völker,und ihre Werke die Muster aller spa-ten Werke dcr Mahlercy geworden.

Gar frühe, und vor Homers Zei-ten, scheinet die Mahlercy wenigstensunter den griechischen Colonien inAsien eine ziemlich reife Gestalt er- >langt zu haben, da man schon da-mals hat unternehmen können, Ge-mahlde von Historischein Inhalt aufGewander zu stiken, wie wir von die-sem Vater dcr griechischen Dichtkunstlernen: und schon von der Zeit desersten persischen Krieges ist sie so weitgebracht gewesen, daß große histori-sche Gemahlde etwas gemeines undgangbares müssen gewesen seyn, dadie Athcnienscr schon nach einer al-ten Gewohnheit in dem Portikus, derPöcile genannt wurde, die maratho-nische Schlacht haben abwählen las-sen. Aber es wäre hier zu weitlauf-tig, dem allmahligen Wachsthumdcr Kunst, so weit es sich thun laßt,nachzuspüren. Wer Lust hat dieseszu thun, kann aus dem Werke desIunius. über die Mahlercy dstr Altendie meisten Quellen, woraus Nach-richten zu schöpfen f.'.id, kennen ler-nen; Plinius aber, und von un-fern einheimischen Kunstgcschicht-schreibern Winkclmaiin, werden ihmverschiedene merkwürdige Epochender Kunst an die Hand geben. Auch

wird

*) Win. l.. VIII.'s. 4?.