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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
315
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M a h

nem im Feuer dauerhaften Grunde;wenn daö Gemahlde fertig ist, sowird es im Jeuer auf dem Grundeingebrannt. Dieses ist die Sckmcft-mahlerep oder das EmaiUiren.Die sechste Art ist das Mosaisclie,oder Musaisede "), nach welcherdurch Nebencinandersetzung unzahli-ger kleiner Stüke von gefärbtemGlas, das Gemähld herausgebrachtwird. Vor einigen Jahrhundertenwar die Slanmahlere)? f), die aufdie Fenster, vornehmlich der Kirchen,angebracht wurde, sehr gewöhnlich,ist aber gegenwartig bcynahe völligabgekommen. Zu allen diesen Artenkann man die hinzusetzen, da vermit-telst gefärbter Wolle, oder Seide,Gcmählde auf Tapeten, oder an-dern Gewandstoffen cingcstikt, odercingewürkt werden, worunter dieso genannten Chaillors, wo daS Ge-mähld in eine Art Gammet cinge-würkt ist, wie auch die so genanntenHaute - und Daffe-Oistes die merk-würdigsten sind. Diese so vielfälti-gen Arten zu mahlen beweisen, wieherrschend der Geschmak an der Mah-lereh zu allen Zeiten gewesen, daman so mannichfaltige Mittel aus-gedacht hat, sie auf alle möglicheWeise überall anzubringen.

Von dem Ursprünge dieser Kunstläßt sich, wie von den ersten Anfan-gen verändern schonen Künste nichtsgewisses sagen. DieMahlcrey schei-net nicht so unmittelbar von leiden-schaftlichen Empfindungen entstan-den zu scyn, als die Musik, der Tanzund die Dichtkunst; doch hat sieebenfalls einen allen Menschen gemei-nen und angeborncn Trieb, die Nei-gung, Dingen, die wir täglich umuns haben, eine gefallige Form undein angenehmes Ansehen zu geben,jum Grunde: aber hier mußte schonUebcrlegung zu diesem Hang zur Ver-

*) S. Schinclzmahlercy.

S. Mesanch.

f) S. Giasmayieccy.

Mah Z15

schönerung hinzukommen. Es istalso nicht zu vermurhen, daß die Wäh-lern) , so wie Musik und Dichtkunst,schon bcy ganz rohen Völkern inGang gekommen sey, Zeichnung schei-net aus dem Schnitzen der Bilderentstanden zu seyn. Da sichdicMen-scheu überall gleichen, und wir nochitzt sehen, wie müßige Hirten ihreStäbe, Becher, oder etwas andersvon ihren wenigen Gerathschaften,mit Schnitzwcrk verzieren, so mages auch ehedem gewesen seyn. Da-her mag der noch sehr rohe Menschauf den Einfall gekommen seyn, auchauf die hölzernen Wände seiner HütteFiguren einzuschneiden. Wie ausdiesem, bcy zunehmendem Nachden-ken über die Verschönerung der Din-ge, die verschiedenen Arten zu zeichnennach und nach entstanden seyen, läßtsich gar wol begreifen. Auch dieVerbindung der Farben mit der Zeich-nung, wodurch eigentlich der Grundzur Mahlercy gelegt worden, istleicht zu erklären. Die Menschen ha-ben ein natürliches Wohlgefallen anschönen Farben, und suchen bcymersten Aufkeimen des GeschmakS amSchönen, ihren Kleidern und andernDingen schöne Farben zu geben- DieSafte verschiedener Pflanzen botensich zuerst dazu dar, und es warganz natürlich, dfise beydcn Artender Verschönerung der Dinge zu vcr-einigen.

Auf diese Weise kann man auf dieSpur kommen, wie der erste Keimder Mahlert» entstanden ist. Vonda aus mußte freylich noch mancherSchritt gerhan werden, mancher neueEinfall hinzukommen, bis die Kunsteine etwas ausgebildete Gestalt be-kam. Von den bloS groben Umrissenund dem Aufstreichen durchaus gleichHeller Farben, bis auf die Vollstän-digkeit und völlige Richtigkeit derZeichnung, bis auf die sehr feine Ent-dekung, daß durch genaue Abstufungvon Licht und Schatten, auch die

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