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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
314
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an sich, und ohne etwas anderes da-bei) zu haben, völlig fassen und be-trachten kann *); sondern et bekommtauch eine gefällige und anreizendeForm, eine Klarheit, die ihn faßlichmacht, und eine Gestalt, die das,was sein Wesen bestimmt, von demZufälligen ohne Mühe unterscheidenlaßt.

Durch die Zeichnung bekommt je-der Gegenstand die wahre Form, diein dem Gcmüthc das bewürkt, wassie würfen soll. Durch sie kommtalso der Geist und die vornehmsteKraft in das Gemahldc. Dennhauptsächlich würkcn die in der Na-tur vorhandenen, oder durch diePhantasie geschaffenen körperlichenGegenstände durch ihre Form. Auchkommt hauptsächlich von der Zeich-nung die wunderbare Würkung, daßwir auf einem flachen Grund einigeDinge wie ganz nahebei) uns, an-dre als sehr entfernt erbliken. Daßdie größte Kraft des Gcmähldcs vonder Zeichnung abhänge, wird an sei-nem Orte umständlich gezeigct wer-den **). Die Phantasie kann leich-ter die Farben ergänzen, die demKupferstiche fehlen, als sie im Standist, die Zeichnung, wo sie im Ge-mählde fehlet, zu ergänzen. Selbstdie Landschaft kann blos durch Zeich-nung von der höchsten Richtigkeit,so wahr uno so natürlich geschildertwerden, daß wir eine würklichc Aus-sicht in der Natur zu sehen glauben,und uns Farben hinzudenken.

Endlich giebt das Eolorit, in sei-nem ganzen Umfange genommen,dcm Gcmählde die letzte Vollkommen-heit, und vollendet die, durch dieZeichnung angefangene Tauschungdes Auges, das nunmehr das Ge-niähldc nicht mehr für ein Schatten-bild. wie es in der That ist, son-dern für etwas in der Natur vorhan-denes hält; daß man ein würkliches

*) S. Ganz.

") S. Zeichnung.

Land, und lebende Menschen vorsich zu sehen glaubt. Durch die lieb-liche Harmonie der Farben aber wirddas Auge auf das Angenehmste ge-rühret , daß es sich mit Lust mit Be-trachtung des Gegenstandes beschaff,tiget.

Dieses sind also die Talente undKünste, wodurch das Gemahldc zueinem vielwürkcndcn Werk des Gc-schmaks gemacht wird. Nun blei-bct uns zur vollständigen Beschrei-bung dieser schönen Kunst noch übriganzuzeigen, auf wie vielerlei) Art ,derMahler den gewählten Gegenstandvermittelst der vier beschriebenen Ar-beiten im Gcmähldc zur WürkliclMbringet. Denn es ist auf gar vieler-lei) Weise möglich, denselben Gegen-stand gut zu mahlen.

Gegenwartig wird das Mahlenmit Oclfarben, das den Alten unbe-kannt war, für die vornehmste gehal-ten; wir haben ihr Verfahren beson-ders beschrieben '). Nach diesemkommen die verschiedenen Arten mitWasserfarben zu mahlen vornehm-lich in Betrachtung **), .mit denenman entweder auf frischen Mörtel,womit die Mauern bekleidet wer-den *^), oder auf trokcnc Mauern,auf Holz, Leinwand, Papier oderandern Grund mahlet. Eine beson-dere Art ganz kleine Gcmähldc mitWasserfarben zu mahlen, wird Mi-niatur gencnnt ff). Eine dritte Artist die den Alten gebräuchliche, undvor kurzem wieder neu erfundene Art,der man den Namen der tLncausti-sckeii Mahlerey gegeben ffff). Dievierte bedienet sich trokener Farben,und ist unter dem Namen Pajrclfft)bekannt. Die fünfte braucht Farbenvon feinem zerriebenen GlaS, auf ei-nem

*) S. Oelfarbmahler.*') S. Wasserfarben.

"') S. Fresko.

's) S. Miniatur.

-ff) S. Encaustisch.fffff) S. Bastel.