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die von der Farbengcbung herkommen.Dieseö sind gerade die vier Punkte,die der Herr von Hagedorn in derOrdnung, wie sie hier stehen, in sei-nem sürrrefflichen Werk über dieMahlerei), sehr umständlich undgründlich abgehandelt hat. Wir ha-ben jedem Punkt, und manchen Un-tcrabthcilungen derselben eigene Arti-kel gcwiedmet. Also bleibet hier nurnoch zu bemerken übrig, wie die Voll-kommenheit des Gemahldes über-haupt von diesen vier Punkten ab-Hange. Das in seiner Art vollkom-mene Gemahlde muß euren dem Geistoder Herzen interessanten Gegenstandso vorstellen, daß er nach Maaßge-bung seiner Art, die bestmöglicheWartung thue. Dieses geschieht,wenn das Auge zu der genauen Be-trachtung des Gemahldes angelötetwird; wenn es das Ganze gehörigübersehen und seine Art genau erken-nen kann; wenn dieses Ganze einenlebhaften und vorthcilhaftcn Eindrukauf den Geist, oder das Herz macht,welcher durch die Betrachtung derTheile immer unterhalten und auchverstärkt wird.
Ohne gute Wahl, oder gcschikteErfindung kann das Ganze nicht in-teressant seyn. Ich besinne mich ir-gendwo ein Slük gesehen zu haben,darin nichts, als der geschundeneund aufgeschnittene Rumpf eines ge-schlachteten Ochsen, aber mit so wun-derbarer Kunst vorgestellt war, daßmatt nicht ohne Wahrscheinlichkeitden Rubens für den Urheber dessel-ben hielte. Warum soll man dochein solches Stük mit dem Nameneines Gemahldes beehren? Wenig-stens wird doch Niemand sagen dür-fen, daß es ein Werk des Geschmaksscy. Es kann auch zu nichts an-dern« dienen, als daß der Mahler esals ein Studium für das Colorit inseiner Werkstatt habe, so wie manbei) allen, die die zeichnenden Kün-ste üben, Bruchstüke von Statuen,
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Hände, Füße, halbe Kopfe u. d. gl.in Gyps hangen sieht.
Von den verschiedenen Gattungendes interessanten mahlerischcn Stof-fes ist bereits hinlänglich gesprochenworden. Auch ist anderswo ange-merkt *), was der Mahler, so wiejeder anderer Künstler, wegen derWahl und Erfindung lüberhaupt zubeobachten habe. Er muß aber be-sonders als ein Mahler wählen, unddabei) voraussehen, ob der Gegen-stand fähig ist, wie es die besonderenBedürfnisse seiner Kunst erfodern,behandelt zu werden; ob er z.B. sichso anordnen lasse, daß er auf ein-mal, als ein Ganzes, dem nichtsfehlet, und das sich dem Auge gefäl-lig darstellt, könne übersehen wer.den; ob alles, was dazu gehört, sowird können geordnet, gezeichnet, er-leuchtet und gefärbt werden, daßdas Auge immer gereizt und derGeist immer befriediget werde. Eskönnen sowol in der leblosen Natur,als in den Handlungen der MenschenDinge vorkommen, die der Redner,oder der Dichter sehr vortheilhaftbrauchen könnte, die sich aber fürden Mahler gar nicht schiken: weiler alles aus einem einzigen Gesichts-punkt übersehen muß, und in Hand-lungen nur einen einzigen Augen-blik vorstellen kann. Also gehörenzur Wahl nicht nur Geschmak undVerstand, sondern Einsichten in dasBesondere der Kunst. Wie biswei-len die fürtrefflichste Ode für dieMu-sik ein schlechter Stoff seyn kann,weil sie schlechterdings nicht nach denRegeln dieser Kunst kann behandeltwerden: so geht es auch hier.
Durch die gcschikte Anordnungwird das Gemähld nicht nur zu ei-nem vollständigen Ganzen, zu einemeinzigen, von allen andern Dingenabgesonderten Gegenstand, den man
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*) S. Wahl der Materie; Erfindung.