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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
312
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siützung der Religion und des patrio-tischen Eifers sehr dienlich seyen; unddie römische Kirche, der gewiß Nie-mand eine höchst feine Politik zurUnterstützung ihrer Lehre und ihrerHierarchie absprechen wird, brauchtdie Gcmahlde ihrer Legenden mitgroßem Vortheil. Auch bey demge-meinestcn Volke findet man sie, wie-wol in höchst elender Gestalt, wasdie Kunst betrifft, und meistens vonkindisch abergläubischem Geiste, nachdem Inhalt: und doch sind sie auchin dieser Verdorbenheit nicht ohneWürküng. Daraus laßt sich leichtabnehmen, was man damit aus-richten könnte, wenn anstatt dum-mer Anachorcten, oder pöbelhaftabergläubischer Heiligen, solche Per-sonen vorgestellt würden, die eineZierde der Menschlichkeit gewesen;wenn anstatt kindischer Historien, dieihren Werth blos von Aberglaubenund Vorurtheil haben, die Thatenvorgestellt würden, wodurch diemenschliche Natur sich in ihrer wah-ren Größe zeiget; oder auch nursolche, wo man den Menschen inseiner eigentlichen wahren Gestalt,von aller Verstellung und von demUnrath der Moden und vieler elen-den durch bürgerliche Einrichtungenentstandenen Verunzierungen befreyt,crbliken würde? Selbst das blosreine, wabre Historische, das xnsSitten, Gebrauche, Lebensart undCharakter verschiedener Völker undStande unter den Menschen abbil-det, kann schon seinen vielfältigenNutzen haben.

Darum sollte man nicht nur dieMahlcr ermuntern, dergleichen nütz-liche Gemahlde aus der sittlichenWelt nut der besten Wahl und dembesten Gcschmak zu verfertigen, son-dern auch aufMittel denken, den Ge-brauch derselben so viel als möglichist zu erleichtern. Da aber das, waswir dieses Punkts halber bey Gele-genheit der Vorstellungen aus der

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leblosen Natur gesagt haben, sichleicht auch hierauf anwenden läßt:so wäre es überftüßig, hier umständ-licher zu seyn. Ich will nur eins er-innern. Sollte nicht jeder, wenig,stens freye Staat, in dem die sehe- jncn Künste einmal eingeführt wor- .den, öffentliche Tempel, oder Pe>r.neos haben, die dem Andenke» dergrößten Männer des Staats gewid-met wären, wie in Athen der Por-ticus, der Pocile gencnnt wurde?Sollten nicht da die Bilder und dieThaten dieser Männer zur Nachcife-ruitg auf das vollkommenste gemahltseyn? Sollten nicht öffentliche Feyer-lichkeiten eingeführt seyn, die jenenEindrüken noch mehr Nachdruk ga-ben? Mit Vergnügen erinnereich mich in der Schweiz etwas ge-sehen zu haben, das hier eipschlagt.In Lucern ist eine lange Brüke, wel-che von dem größcrn Theile der Stadtin den kleinem führet., und, weil siemit einem Dache bedckt ist, eine offe-ne Gallerie vorstellt. In einer maßi-gen Höhe ist immer zwischen zwei)gegenüberstehenden, das Dach un-terstützenden Pfeilern ein Gemählde,dessen Inhalt sich auf die GeschichtederStabt beziehet. Daher kaum ei-ne ansehnliche Familie in der Stadtist, die nicht ihr ungehörige Män-ner in ehrenvollen Rollen auf diesenGcmählden erblikte.

Nach diesen Betrachtungen überdie verschiedenen Gegenstände, undAnwendungen der Kunst des Mah-lers, kommt nun die Frage vor,durch was für Mittel er zu seinemZwck komme, oder was er zu thunhabe, um ein lobenswerthes Ge-mählde zu verfertigen. Man sieht Iohne Mühe, daß alles auf folgendePunkte ankomme: >. auf eilte guteU?ahl, oderlLrfindungseinesStojfs;2. auf eine gcschikte Anordnung des-selben; z. auf richtige Zeichnung;und q. auf ein gutes Eolorir, mitInbegriff aller guten Eigenschaften,

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