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nicht kann gezweifelt werden, daßderMensch von dem mannichfaltigenReichthmn der Natur so viel kenne,als möglich ist, so muß die Mahle-rei) zu diesem Behuf nothwendig hcr-bcy gerufen werden.
Sie kann auf gar verschiedene Ar-ten uns die Schatze der Natur vor-legen. Die den wenigsten Aufwandcrfodert, ist die, welche erst seit ei-nigen Jahren mit dem gehörigen Ei-fer betrieben wird, durch die Verbin-dung der Arbeiten des Pinfels unddes Grabstichels. Man hat bereitseine betrachtliche Anzahl sehr schätz-barer Werke, darin auf diese Artdas Merkwürdigste aus dem Pflan-ze» und Thicrreich vorgestellt wird;und kürzlich hat man angefangen aufeine ahnliche Art Landschaften zumachen *). Ich wünschte sehr, daßein Künstler in Dresden auf ebendiese Weise den ansehnlichen Vorrathder vorhercrwahntcn Prospekte desLanalctco Herausgabe. Dieses wür-de für Künstler und Liebhaber ein„eues Feld eröffnen.
Wem noch mehr Aufwand erlaubtist, der kann durch den Mahler seineZimmer mit den mannichfaltigenSchönheiten der Natur ausziercn las-sen- Wie viel besser wüede nicht die-ses ftyn, als der itzt so durchgehendsin den Pallastcn der Großen herr-schende Gefchmak durch goldene, blosdurch eine wilde phantastische Zeich-nung sonderbare Zicrrathcn das Augezu reizen? Und was sieht es dennendlich, nachdem man es mit so vielAufwand gleichsam betäubet hat?Nichts als reiche Kleinigkeiten, dieden wesentlichen Charakter des itztherrschenden Gcschmaks ausmachen.Wenn ich mir vorstelle, durch wasfür eine Manuichsaltigkeit der be-wundrungswürdigsten Scenen ausder Natur die unzähligen Wändeweitläufrigcr Pallaste könnten aus-
Man sehe in dem Artikel LandschaftMTV. S-'-ks. die Anmerkung.
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geschmükt werden, und denn ihre ge-wöhnliche gegenwärtige Verzierun- !gen betrachte; so crweket dieses inmeiner Phantasie das Bild irgendeiner barbarischen Königin Indiens,die sich ungemein geziert glaubt, wennNase, Ohren und Stirne mit srro-zenden, aber sehr übel angebrachtenJuwelen behangen sind.
Bcy dem gegenwärtigen Mangel iöffentlicher Nationalgebäude, wo die, Idie leblose Natur schildernde Mahle- Irey ihre Kräfte zeigen könnte, ist ingroßen und reichen Städten doch noch ieine Gelegenheit vorhanden, wo siegebraucht werden kann: die Schau-bühne, vornehmlich die für die Operbestimmt ist. Hier hat dieses Fach !der mahlerischen Kunst noch Gelegen- »heit vieles zu thun. Wer es nicht ^einsieht, daß durch das Kunst - und !Geschmakrciche der Opern - Dekora-tionen der Geschmak des Volkes erhö-het und verfeinert werden kann, der lerkennet noch nicht allen Einfluß derschönen Künste auf das menschlicheGemüth, wird auch nicht erklärenkönnen, warum in den größer» Städ-ten Italiens in der Claffe der gcmci-nesten Bürger oft mehr wahrer Ge-schmak angetroffen wird, als in man-chem andern Land unter den vor-uehmstcn
Das, was hiervon der Anwcn- idung der Mahlercy gesagt wird, hat ^gar nicht die Meynung, als ob wirdachten, kein Volk könne ohne der-gleichen kostbare Veranstaltungenglüklich seyn. Wir dringen blos Idarauf, daß diese, so wie andre Kün-ste, da sie einmal eine unausbleib-liche Folge dcs Ueberflusses sind, undwürklich mit vielem Aufwand miß-braucht werden, besser recht gebrauchtund von wahrem und großem Ge-schmak geleitet werden sollten. Hatman einmal Mahler, und verschwen-det man Summen für sie, so ist es
aller-
*) S. Oper.