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als das Blaue des Himmels; nach-dem die Luft reiner, oder von Dün-sten mehr erfüllt ist, bekommen alleFärbender Gegenstande am Horizonteine geringere oder stärkere Mischungdes Grauen. Davon wird im näch-sten Artikel ausführlicher gesprochenwerden.
Die Farbe der Lnft kann vortheil-haft gebraucht werden, die Tages-und Jahreszeiten zu bezeichnen. DesMorgens ist. bey gleich Hellem Wet-ter, die Farbe der Luft frischer» alsam Mittag, und am Abend ist sieam schwächsten, weil des Morgensdie Luft am wenigsten mit Dünstenangefüllt ist, die den Tag über be-ständig von der Erde aufsteigen, folg-lich am Abend in größter Menge dasind.
So ist im Winter die Luft heitererund die Farbe des Himmels schöner,oder härter, als im Sommer; imHerbst aber ist sie am meisten mitGrau vermischt, und am sanftesten.Darum wird eine Landschaft am vor-theilhaftesten im Herbst gemahlt.Wer an einem recht hellen Frühlings-tage nach der Natur Landschafteninahlt, wird ihnen nie die sanfteHarmonie geben können, die sie imHerbst haben.
Der Landfchaftmahlcr kann ausfleißiger Beobachtung des Einflusses,den die in der Luft schwebenden Dün-ste auf alle Farben der in der Naturverbreiteten Gegenstände haben, sehrDiel lernen. Er hat eben so nöthigbey den verschiedenen Abänderungender Luft, blos sein beobachtendesAuge zu brauchen, als sich mit derReißfeder und dem Pinsel zu üben.
„Von der Beschaffenheit der Luft, oderdes Himmels," handelt das -ce Kap. des5tcn Buches von Laircsse großem Wähler-bliche, Bd. 2. S.?. n. A. — und Herrvon Hagedorn, in seinen BetrachtungenS. 555. 645. 647- —
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Luftperspektiv.
(Mahlerey.)
An der eigentlichen Perfpcktiv wirdunter andern auch gelchret, wie jederGegenstand durch allnlählige Entfer-nung vom Auge kleiner wird, undwie dabey seine klcinern Theile all-mählig völlig unmerkbar, folglichseine Form und Gestalt undeutlicherwerden. Eine ähnliche Veränderungleiden die natürlichen Farben der kör-perlichen Gegenstände durch die Ent-fernung. Je entfernter ein Körpervon uns ist, je mehr verliert feineFarbe an Lebhaftigkeit; die kleinen,Tinten und die Schatten werden all-mahlig unmerklicher, und verlierensich endlich ganz, daß der Körper cin-färbig und flach wird; in großer Ent-fernung aber verliert sich seine natür-liche Farbe ganz, und alle Gegen-stände, so verschieden sie sonst anFarbe sind, nehmen die allgemeineLuftfarbe an. Die genaue Kenntnißdieser Sache und die Wissenschaft derRegeln, nach welchen alles, waszum Licht und Schatten, und zurFärbung der Gegenstände gehört,nachMaaßgebung ihrer Entfernungvom Auge muß abgeändert werden,wird die Luftperspektiv genennt.Weil man kein bestimmtes Maaß hat,nach welchem man die Grade desLichts und der Schatten, oder dieLebhaftigkeit der Farben abmessen,noch ein Farbcnregister, nach wel-chem man die durch Entfernung all-mahlig sich abändernden Farben rich-tig benennen könnte: so ist es bis itztnicht möglich, die Luftperspektiv, sowie die Perspektiv der Größen, inForm einer Wissenschaft abzuhan-deln. Zu vermnthcn ist aber, daßes mit derZeit wohl geschehen könnte;da Herr Lambert, der sich bereitsum die gemeine Perspektiv sehr ver-dient gemacht hat, auch einen gutenAnfang gemacht, Licht und Schat-ten auszumessen, auch deu.Meyeri-