Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
293
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ZTakt, der eigentlich als ein Alla-brcve von H anzusehen ist.

Um den Einschnitt nachdem erstenpunktirten Viertel jedes Takts imVortrag fühlbar zu machen, mußauf dcrViolin die Achtelnote wie einSechszchmhcil hinauf, die darauffolgenden zwey Viertel aber starkherunter gestrichen, und besondersdas punktirte Viertel schwer ange-halten werden.

Man findet bisweilen bey altenguten Componisten, daß sie, sowolin diesem, als andern Tanzen im un-geraden Takte zwey Takle in einenzusammen ziehen, und anstatt:

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Dieses hat seinen guten Nutzen, weildie meisten Spieler den Fehler bege-hen, daß sie, wenn eine solche Stellenach der ersten Art geschrieben ist,die zweyte gebundene Note besondersandeuten, welches dem wahren Vor-trag an solchen Stellen gerade entge-gen ist. Man muß aber bey solcherZusammenziehung zwcyer Takte sienicht für einen einzigen zahlen, weilman sonst, wie einigen neueren be-gegnet ist, im Rhythmus fehlet undanstatt der acht Takte, nenne be-kommt.

Zum Tanzen erfodert die Loure ei-nen hohen Anstand mit allem ihm zu-kommenden Reiz verbunden. Wegender Langsamkeit der Bewegungen ge-Hort viel Starke zu Erhaltung desvollkommenen Gleichgewichts. Mansucht die besten Tänzer hiczu aus.Gar oft aber machen sie von ihrerStarke den Mißbrauch, daß sieschwere, obgleich unnatürlichcSchwe-bungen der Schenkel anbringen, dieblos eine ungewöhnliche Kraft derSehnen anzeigen, sonst aber zumsittlichen Ausdruk nichts beytragen.Man kann von diesem Tanz anmer-ken. was von dem Largo in der Mu-sik gesagt worden; er muß kurz seyn,

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sonst wird er, selbst für den Zu»schauer, ermüdend.

Luft.

(Mahlcrcy.)

Aer Landschaftmahler hat in Absichtauf die Luft, oder den hellen Himmel,zu giüklichcr Ausführung seiner Ar-beit verschiedenes zu beobachten. Jereiner die Luft ist, je weniger vonder Erde aufsteigende Dünste darinschweben, je dunkler und schöner istihre blaue Farbe; die unsichtbarenDünste geben der Farbe der Luft eineMischung von Grau; und wenn siein Ucberfluß vorhanden sind, so ver-wandelt sich das Himmelblau völlig,und wird hellgrau.

Diese unsichtbaren Dünste sindnahe an der Erde am häufigsten:daraus folget, daß die Farbe desHimmels vom Scheitelpunkt an, bisan den Horizont, durch unmerklicheGrade allmählig geschwächt und mitGrau vermischt wird. Denn die auSder obern Luft in das Auge fallendenStrahlen müssen durch mehr unddurch dichtere Dünste dringen, jenäher der Punkt, aus dem sie kom-men, am Horizont liegt; wovon sichjeder ohne langes Nachdenken ver-sichern kann. Doch wird der Beweisdavon im folgenden Artikel gegebenwerden. Darum muß das Blauedes Himmels in der Landschaft so ge-mahlt werden, daß es vom höchstenPunkt an bis an den Horizont im-mer etwas Heller werde; am Hori-zont selbst ist es oft ganz ausgelöschtund der Himmel ist hellgrau.

Aus eben diesem Grunde hat Leon-hard da Vinci schon angemerkt, daßferne Gegenstände, die sich hoch indie Luft erheben, wie Berge, in derHohe Heller und weniger duftig müs-sen gehalten werden, als tiefer ge-gen die Erde. Alle weitentferntenGegenstände, die nahe am Horizontsind, erfahren dieselbe Veränderung,

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