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gemeine aber hochstwichtige Begriffehaben einer solchen Bearbeitung nochnöthig. Die Begriffe von bürgerli-cher Gesellschaft, von Gesetz, vonObrigkeit, von Regent und Unter-than, von Magistratswürdc undBürger, und viele andre sind von derhöchsten Wichtigkeit; sie haben sogar, da die Sachen selbst, die dadurchausgcdrükt werden, so unmittelbarmit der Glükseligkcit des Menschenverbunden sind, etwas Erhabenes.Aber ich getraue mir zu sagen, daßkein Volk in der Welt ist, nnter demsie in ihrer Hoheit, und zugleich inwahrer Faßlichkeit, auch nur demhundertsten Thcil der Nation geläu-fig waren.
Noch sind über die lehrende Redeeinige allgemeine Anmerkungen zumachen, die wir hier nicht übergehenkönnen. Die sinnlichen Vorstellun-gen müssen denen, für die der Rednerarbeitet, schlechterdings sehr bekanntund geläufig seyn., damit sie schnellsich über die ganze Vorstellungskraftausbreiten. Sie müssen also von ge-meinen Gegenständen hergenommenwerden; und doch müssen sie eine nichtgemeine Aufmerksamkeit erweken.Dieses ist ein schwerer Punkt, der ei-nen Redner von Genie crfodcrt, derdem völlig Bekannten den Reiz desNeuen zu geben, und das Alltäglicheals merkwürdig vorzustellen wisse.Wer sich nicht sehr weit über die ge-meine Art zu denken erhoben hat.wird hierin nicht glüklich seyn. Inden gcmcinesten Kenntnissen dcrMcn-scheu, so wie in den gemeineffen Kün-sten und Einrichtungen der bürgerli-chen Gesellschaft, kommen unzähligeDinge vor, die groß und zumThcrlbewundrungswürdig sind, und nurdeswegen unter der Menge unsrcrVorstellungen unbemerkt liegen blei-ben, weil man ihrer gewohnt ist.Nur der, welcher auf die erstenGründe der Dinge zurükgehen kann,sieht sie in ihrcr Größe. Ein solcher
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Mann muß der Redner seyn, dessenlehrender Vortrag einfach, allge-mein, verstandlich, und doch vongroßer Kraft seyn soll.
Auch ist dieses ein Hauptkunstsiükdes lehrenden Vortrages, daß mandie wichtigsten Vorstellungen der Ein-bildungskraft unvermerkt an die Em-pfindungen hänge, um sie desto leb-hafter zu machen. Eigentlich hangtalles, was in der Spcculation wich-tig ist, irgendwo mit den Empfindun-gen zusammen. Denn es ist nichtsgroß, das nicht einen Einfluß auf dasBeste der Menschen habe; und so baldman diese Seite gesehen hat, so wirdbey einem redlichen Mann die Em-pfindung bald rege. Ich habe es schonanderswo erinnert, daß mehr Wahr-heit, als man insgemein denkt, in derErklärung der Asten liege, oasi derRedner ein bere. tcr und Sabcy red-licher Mann seyn müsse *). In demlehrenden Vortrag ist es beynahc un-möglich'die volle Kraft der Beredsam-keit zu erreichen, wo nicht das Herzdes Redners von Eifer für dasWol-scyn der Menschen warm ist. Dennnur in diesem Falle nehmen alle seineVorstellungen etwas von dem leiden-schaftlichen Ton an, der sie so .ein-dringend macht; hauptsachlich des-wegen ist Rousseau einer der beredte-sten Menschen, die jemals in der Weltbekannt worden. Auf diese großeKraft, die das Leidenschaftliche demlehrenden Vortrag giebt, zielt Dov->ner in der schönen Stelle, wo er dieDebora erzählen läßt, wie ihre Mut-ter sie und ihre Schwestern über diewichtigsten Wahrheiten unterrichtethabe.
Noch durchflickt mich ein helligcrSchaucr,
so oft ich denke,Wie mit EutZükungcn ringend, von gött-lichen Flammen ergriffen,Sic uns die Vothschast sagte, —Saß wir erschaffen wckrcn, daß uns einEwiger machte;
Einer,
5) Vir Konus öicenäi peritus.