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philosophische Methode von der Nich-tigkeit seiner Begriffe versichert hat,kann er die Person des Redners an-nehmen, um eine sinnliche und popu-läre Einkleidung derselben zu suchen.Auch ist er alsdenn sicher, daß ihnseine Phantasie nicht in die Irreführet.
Auf eine völlig ähnliche Weise ver-fährt der Redner, wenn er Urthcilezu fällen, oder Schlüsse zu machenhat; daher dieses keiner besondernAusführung bedarf. Die Analogie,oder die Ähnlichkeit der Fälle ist über,all sein Hauptaugenmerk. Nur zei-get sich hierin ein neuer Unterschiedzwischen seiner und des PhilosophenArt zu verfahren. Dieser darf nureinmal richtig urthcilen, oder schlics-scn, alsdenn hat er ftincn Zwek er-reicht; der Redner kann sein Urtheilund seinen Schluß, weil sie allemalaus besondern ähnlichen Fällen fol-gen» mehrmal wiederholen, weitermehrere ähnliche Fälle, deren jederseine besondere sinnliche Kraft hat,wählen kann. Dieses giebt ihm denVortheil, auf derselben Wahrheit zuverweilen, sie von mehrern Seitenzu zeigen, und dadurch desto unaus-löschlicher zu machen. Hat er hiezuUrthcilskraft genug, so kann er ausden gemcinesten Vorstellungen seinerZuhörer eine Anzahl solcher aussu-chcn, die ihnen am öftersten wiederzu Sinne kommen; und dadurch hän-get er die Wahrheiten, die er vor-trägt, an eine Menge gemeiner Vor-stellungen, die beynahe täglich sichin uns erneuern, und eben dadurchauch das Gefühl der damit durchden Redner verbundenen Wahrhei-ten, wieder crwekcn. Hicbey aberhat er wol zu überlegen, was füreine Art Menschen er zu Zuhörern hat.Sind es gemeine Menschen, so kanner die ähnlichen Falle und Veyspielemehr anhäufen, und sich länger da-bei) verweilen, als wenn er stärkereDenker vor sich hat. Zum Peyspiel
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einer gemeinen lehrenden Rede kanndie angeführt werden, welche dieTugend dem Herkules hält, die Xe«nophon aus dem Prodicus uns auf-behalten hat. Eigentlich ist ein Volkerst denn völlig unterrichtet, wennihm die nothwciidigstcnGrundbcgriffeund Grundwahrheiten, die einen un-mittelbaren Einfluß auf sein Betra-gen haben sollen, so geläufig und soeinleuchtend sind, daß jeder sich der«stlben beynahe stündlich erinnert.Dieses aber kann nur dadurch erhal-ten werden, daß jene Grundbegriffedurch Aehnlichkeit an alle täglich vor-kommende sinnliche Begriffe ange-hänget werben und daß auf diese Artunsere tägliche Bemerkungen gcmci«ner Dinge uns durch eine geläufigeAnalogie auf jene Grundwahrheitenführen.
Auf diese Weise müssen die wich-tigsten Kenntnisse, die der Philosophan den Tag gebracht hat, durch denlehrenden Vortrag des Redners all-gemein ausgebreitet und zum Ge-brauch würksam gemacht werden.Und hier öffnet sich für einen philo-sophischen Redner ein weites Feld zueiner sehr reichen Aerndte von Ver-dienst. Nach so unzähligen Wochen-schriften, Predigten und andern po-litischen und moralischen Abhandlun-gen in dem lehrenden Vortrag derRedner, findet sich eine beträchtlicheAnzahl der wichtigsten Begriffe undGrundwahrheiten, die noch gar nichtin! dem hellen Lichte stehen, in wel-chem jeder Mensch sie sehen sollte.Eigentlich ist diese Materie nie zu er-schöpfen, weil es immer möglich istdie Sachen durch neue Bilder undneue Aehnlichkcitcn noch Heller undstärker vorzustellen. Es ist möglich,wenn Gcschmak und Kcnncniß untereinem Volk einmal auf einen gewis-sen nicht unbeträchtlichen Grad ge-kommen sind, auch die schwerestenund verwikeltesten Begriffe sehr leichtund populär zu machen. Viele sehr
L 5 gemeine.