Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
171
Einzelbild herunterladen
 

s e h

Eine», vor dessen Geist die noch nicht gcr

wordene Schöpfungtlnd da» verschiednc Vcrhstltniß der Dinge,

zugegen gewesen,

AlS sie noch künstig waren »).

Hat der Redner wichtige Wahrheitenvorzutragen, so thut das Gefühl sei-ner eigenen Ucberzengnng, wenn ercs seinen Zuhörern kann empfindenmachen, bcynahc so viel, als der of-fenbarestc Beweis. Selbst starkeDenker getrauen sich kaum an Sachenzu zweifeln, von denen sie andere,auch denkende Köpfe, innig überzeu-get sehen: gemeine Menschen aberunterstehen sich dieses gar^ nicht.Kommen also noch innere faßlicheGründe dazn, so kann der Rednergewiß scyn, seinen Znhörer völligüberzeuget zu haben.

Sehr wichtig ist auch dieses fürden Redner, daß er die schon einmalfestgesetzten und dem Ansehen nachunveränderlichen Meynungen seinerZuhörer genau kenne. Dieses giebtihm oft den Vortheil, daß er, an-statt eine Wahrheit geradezu zu bewei-sen, nur zeigen darf, daß sie als einbesonderer Fall in dem schon festge-setzten Urthcil enthalten sey.

Uebcr die Form und die Anordnungder lehrenden Rede haben wir wenigzusagen. Im Grunde beobachtet derRedner eben die Methode, welche dieLogik dem Philosophen vorschreibt.Eine Rede, darin eine Wahrheit sollerwiesen werden, muß allemal aufeinen Vcrnunftschluß können gebrachtwerden; folglich besieht sie aus drcyHauprtheilen: den sogenannten Hey-den Vordersätzen, worauf der dritteTheil, nämlich der Schluß, folget.DerRedner muß sich seine ganze Re-de anfänglich inForm eines richtigenVernunftschlusses, oder Syllogis-mus vorstellen. Hat er sich von derRichtigkeit und Gründlichkeit dessel-ben überzeuget: so fängt er nun an

S. Noachidc IV Gesang.

ieh j?,

denPlan zum Vortrag und zur Aus-führung jedes der drcy Satze seinesVernunfrschlusses zu denken. Die-ses bestimmt die drey Hauptthcilc sei.ner Rede.

Bisweilen halt er für nöthig, je-den der Heyden Vordersätze, nachdemer vorgetragen worden, durch beson-dere Ausführung zu bestätigen. Als-heim entstehen fünfHauptchcile seinerRede, wie schon anderswo angemerktworden *).

»K- ' -K-

Da, gewöhnlich, die Rede überhaupttn dre» Gattungen abgetheilct wird: sofinden sich, in jeder Anweisung zur Rede-kunst, auch Anweisungen zu dem, wasHr. Sulzer die Lehrrcde nennt, und wor-unter er das Lenus caularum jullicialeder Alten.zu verstehen scheint. Aber treu-lich ist dieses nicht sehr anwendbar auf je-nes ; und dann muß Lehre, oder Unlc'?-richt auch in jeder Rede, mehr oder we-niger, Stattfinden. Indessen, wird we-nigstens das, was über jene Gattung derRede gesagt worden, hierher gehören, alsdas iotc u. f. Kap. des tten Buches derRhetorik des Aristoteles und das ;te inder Uber. stlexanll. Das 2te der4 Bücher all L. Illerennium; und einTheil des itcn Buches llc Invenrione. Die ste und 9tc Vorlesung desLawson, Uebcr die Beredsamkeit in so»ferne sie sich an die Vernunft richtet, S.177 der d. llcbcrs. Die ?tc und 8teVöries, in Priestleys Redekunst, S. 4-u.f.der deutschen Uebers. Von dem Cha»ractcc des didaetischen SthleS, Cvndillacim -ten Th. seines Unterrichts, Bern >777.8. S-459. Von dem didaetischen odeeLchrstple, das4tc Kap. der-tcn'Abth. desersten Abschn. in I. C. Adelungs WerkUebcr den deutschen Styl, Bd. 2. S. 80der zteu Aus!.

iehrge-

*) S.Be«eiSartcn ITH. S.z?o.