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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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164
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164 Leb

Eben so fühlt man em Schauderndurch alle Glieder, wenn man bei)Virgils Beschreibung der feycrlichcnAnsialten, welche dieDida zu ihremTode macht, auf folgende Versekommt:

Lcanc srse «i'rcum, er crines etkuts

t,csrci»5,l'er cenrmn rousr vre lleus, Lie-bumque, clizosguc,1'c/xeminzmgue kiecsrsn ---»

Aber gewiß hat der Dichter den feier-lichen Klang dieser Verse nies.- ge-sucht; er isi ihm von seiner eigenenEmpfindung eingegeben worden.

Dergleichen leidenschaftliche Schil-derungen machen einen ganz andernEmdruk, als wenn ohne Leidenschaftnatürliche Dinge geschildert werden.Uebrigens verdienet über diesen Arti-kel die schöne Abhandlung des HerrnSchlegels von der Harmonie desVerses nachgelesen zu werden **).

(-") Von dem lebendigen Ausdruck han-deln unter Mehrcrn, L. Kaeine in s.Kellex. lur l» Poesie, Bd. >. S- l6>.Amsterd. Ausg. v. 1747- ?- rvebb,in s, Obtervsc. vn rkecorresponUeoeedecevecn poerr^ sncl klulile, l.onll.1769.8. Deutsch, Leipj. 1771. 8.Deattie, in dem itcn Bd. s. Neuen Phi-losophischen Vers, keipz. 1779. 8. S. 4".-- S. Johnson, gelegentlich in s. Bio-graphlecn engl. Dichter, als Bd. 4. S.481. Ausg. v. >78Z. I. I- Engel, ins. Anfangsgr. einer Theorie dcr Dichtungs-ktten, Verl. >7»z.8. S.7 und 1)7..

Lebhaft.

(Schöne Künjlc.)

Dieses Wort wird in den schönenKünsten oft und in mancherlei) Be-deutungen gebraucht, die allcmaleine

») r.. IV

-»») Im zwcnten Thcile seiner llebcesc-tzung des Batteiv.

Leb

gute Eigenschaft anzeigen- Lebhaftisi, was viel lieben hat; das Lebenaber besteht überhaupt in einer in-nern oder eigenrhümlichen würkcndenKraft der Dinge. Aber es scheinet,daß nicht die Größe, sondern dieschnelle Aeußerung dieser Kraft denNamen der Lebhaftigkeit bekomme.Es giebt Menschen von kalter Sin-nesart, die niit ausnehmend starker,und doch gelassener Kraft würken,aber deswegen nicht unter die lebhaf-ten gezählt werden. Also scheinet derBegriff des Lebhaften etwas schncll-würkendcs anzuzeigen, oder einen ge-ringen Grad des Fenngen.

Lebhafte Farben sind helle Farben,die zugleich das Auge stark rühren,und etwas glänzendes haben. Leb-haft in der Musik, und in dem Tonder Rede, ist das, was stark undzugleich schnell vorgetragen wird.Lebhaft ist der Geist, der schnell faßt,und dabei) schnell von einem Begriffauf den andern kommt; aber dieseSchnelligkeit, ohne Deutlichkeit derVorstellung, scheinet blos Flüchtig-keit zu seyn. Lebhaft ist das Ge-nlüth, das stark, aber zugleich schnellempfindet, und eben so schnell voneiner Empfindung zur andern über-geht. Aus diesen beydcn Begriffenläßt sich bestimmen, was der lebhafteCharakter des Menschen sey.

Dein Lebhaften ist zwar das Trä-ge, auch das Kalte gerade entgegen-gesetzt; doch scheinet auch das Sanf-te, Gefällige und Einschmeichelndeihm einigcrniaaßcn entgegen zu ste-hen. Jenes widerspricht dem Lebhaf-ten ganz, und mißfallt mcistenrhcils.Dieses macht einen gefälligen Gegen-satz, und ist noch in seiner Art ange-nehm. In den schönen Künsten ge-fällt das Lebhafte eben so gut,, alsdas Sanfte; jedes an seinem Orteund in der genauen Ueberemstiin-mung mit dem Charakter des Ganzen.Der Künstler muß sanft oder leb-haft sci)N, nach Beschaffenheit des

Gegen-