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3 (1793) [K - Q]
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Seite
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Lag

gen, fürchterlichen, verzweifelnden,auch in schmeichelhaften, hoffnungs-vollen, frühlichen Lagen befinden.Alsdenn ist die ganze empfindendeSeele in ihrer größten Lebhaftigkeit.Man lernet sein eigenes Herz nie bes-ser kennen, als wenn man Gelegen-heit hat, sich in Lagen zu finden, dieauf das GIük des Lebens starken Ein-fluß haben.

Die.Dichter müssen demnach keineGelegenheit versäumen, uns, wenig-stens als Zuschauer oder Zeugen, insolche Lagen zu setzen. Die epischenund dramatischen Dichter haben diebesten Gelegenheiten hiczu, und müs-sen dieses für eine ihrer wichtigstenAngelegenheiten halten. Je mehrErfahrung und Kenntniß der Weltund der Menschen der Dichter hat,je gefchikter ist er dazu; denn dasbloße Genie, ohne genügsame Kennt-niß der Welt, ist dazu nicht hinrei-chend.

Hat er eine merkwürdige Lage ge-funden , so muß er sich Mühe geben,uns dieselbe recht lebhaft vorzustel-len; er muß wissen, unsrc Aufmerk-samkeit eine Zeitlang auf derselben zuerhalten. Er soll deswegen mit derHandlung nicht forteilen, bis er ge-wiß vermuthcn kann, daß wir dieLage derSachen völlig gefaßt haben.Er muß eine Zeitlang nichts gesche-hen lassen; sondern entweder durchdie Personen, die bei) der Handlunginteressrt sind, oder im epischen Ge-dicht, durch seine Anmerkungen undBeschreibungen, uns die wahre La-ge der Sachen so schildern, daß wirsie ganz übersehen. Die Regel desHoraz:

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hat nicht überall statt. Bey merk-würdigen Lagen muß man nichts zurEntwiklung der Sachen geschehenDritter Theil.

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lassen, bis wir den gegenwartigenZustand der Dinge völlig gefaßthaben.

Landschaft.

(Zeichnende Künste.)

Ichtter den zeichnenden Künsten bcrhauptet der Zweig, der uns so man-cherlei) angenehme Aussichren auf dieleblose Narur vorstellt, einen ansehn-lichen Rang. Das fast allen Men-schen beywohnende Wohlgefallen anschönen Aussichten scheinet schon an-zuzeigen, daß die Schönheiten derNatur eine ganz nahe Beziehung aufunser Gemüth haben. Von dem all-gemeinen Einfluß derselben auf dieBildung des sittlichen Menschen, istbereits anderswo gesprochen wor-den *); hier ist der Ort zum Behufdieses bcfondcrn Zweiges der Kunst,diese Sache naher zu betrachten. DieMahlcr mischen zwar insgemein Vor-stellungen aus der sittlichen Natur inihre Landschaften; aber vorerst wol-len, wir davon blos, als von Vor-stellungen aus der leblosen Natursprechen. Denn schon als solche sindsie aller Arten der ästhetischen Kraftfähig.

Der Geschmak am Schönen findetnirgend so viel Befriedigung, als inder leblosen Natur. Die unendlicheMannichfaltigkeit der Farben, in dielieblichste Harmonie vereiniget, undin jeden gefälligen Ton gestimmt, rei-zet das Äuge fast überall, wo es sichhinwendet; was nur irgend an Formund Gestalt gefallig, reizend, odergroß und wunderbar seyn kann, wirdda angetroffen; und doch machen injeder Landschaft tausend verschiedene,unendlich durch einander gemischteFormen ein Ganzes aus, darin sichalles so vereiniget, daß von der un-beschreiblichen Mannichfaltigkeit derVorstellungen keine der andern wi-

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H In den Artikeln Baukunst; Künste.

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