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nicns sind, an dessen gutem oderschlechtem Erfolg wir starken Antheilnehmen: so sind wir auf das Lebhaf-teste m den Augenblikcn interessier,da wir die Entscheidung der Sachefür gewiß halten. Dauert dieser Zu-stand eine Zeitlang, oder erfolgetdas Gcgenthcil dessen, was wir er-warten, so entsteht eine Erschütte-rung im Gemüthe, deren 'Andenkenbeynahe unauslöschlich bleibet. Wenndas Unternehmen auf dem Punkt istzu gelingen oder zu imßlingcn, soentsteht eine ausnehmend lebhafteHoffnung oder Furcht; fürnehmlichalsdenn, wenn wir sehen, daß diePersonen, denen am meisten an ei-nein gewissen Erfolg gelegen ist, dasGegcntheil von dem thun, was siethuu sollten. Man kann sich in sol-chen Umstanden kaum enthalten mit-zureden, oder mitznwürken. Wennwir sehen, daß ein Mensch das,was er am sorgfältigsten verbergensollte, selbst vcrräth; wenn er geradedas Gegenthcil von dcni thut, waser unscrni Wunsche nach thun sollte,oder wenn er sonst in einem großenund wichtigen Irrthum ist: so füh-len wir eine starke Begierde ihn zu-rechl zu weisen Wenn wir scheu,daß Ulysses das Gcheinmiß seinerAnkunft bcym Philoktct nothwcndigverbergen muß, und es doch selbstvcrrath: so entstehet in uns eine leb-hafte Bcsorgniß. Wir sind in dergrößten Verlegenheit, wenn wir dieClytcmnestra bey ihrer Ankunft inAulls so vergnügt sehen, da wirdoch wissen, wie sehr sie sich betrügt;und wir fühlen ein ausnehmendesVergnügen, wenn wir einen Böse-wicht, wie Aegysih ist, über seinevermeynte Glükseligkcit in dem Au-gcnblikfrohloken sehen, da der Dolch,ihn zu ermorden, schon gezogen ist.Ucberhaupr sind solche Lagen, wo derZuschauer die handelnden Personenüber Hauptangclegenheiten im Irr-thum sieht, der ihnen bald wird be-
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nonimen werden, höchst interessant.Was kann die Neugierde und Erwar-tung lebhafter reizen, als wenn wirdie Elektra beym Sophokles den Ore-stes, der vor ihr steht, als todr be-weinen sebcn, da wir wissen, daß erauf dem Punkt sicher, sich zu erken-nen zu geben?
"Es gicbr Lagen, die blos den Ver-stand und die Neugierde interessiren,da man äußerst begierig ist zu sehe»,wie die Sachen laufen werden; wiesich eine Person aus einer großenVerlegenheit heraushelfen, oder zumZwek kommen wird; wie hier dieUnschuld, dort das Verbrechen anden Tag kommen wird, wo wir garkeine Möglichkeit dazu sehen. Sol-che Lagen sind allemal als sittlicheoder politische Aufgaben anzusehen,deren Auflösung wir von dem Dich-ter zu erwarten haben. Versteht erdie Kunst, sie natürlich, ohne er-zwungene Maschinen, ohne Hülfevöllig unwahrscheinlicher ohngefäh-rer Zufalle aufzulösen, so hat erdadurch uusre Crkenntniß erweitert.Also können solche, blos für die Neu-gierde interessante Lagen, ihren gu-ten Nutzen haben. Es kommen inden menschlichen Geschafften unzäh-lige Lagen vor, wo es äußerst schwerist, mit einiger Zuversicht eine Par-thie zu nehmen. Je mehr Falle vonsolchen Lagen, und deren Enrwiklunguns bekannt sind, je mehr Artigkeitmüssen wir auch haben, uns selbstin ähnlichen Fallen zu entschließen.Und dieses ist einer der Vorthcile,die wir aus der epischen und dra-matischen Dichtkunst ziehen können,wenn nur die Dichter eben so vielVerstand und Kenntnis des Men-schen, als Genie und Einbildungs-kraft haben.
Andre Lagen sind mehr leidenschaft-lich , und dienen hauptsachlich unserHerz zu prüfen, und jede Empfin-dung, der es fähig ist, darin rege zumachen. Man kau» sich in traun.
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