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selben sei) *). Die Erfahrung lehretdas Gegentheil. Cicero merkt irgend-wo an, daß er so viel über jemandengelacht habe, daß er bcynahe selbstdarüber zum Narren worden sei)*").Um so viel leichter ist es, wenn manoft versucht, sich etwas von der lä-cherlichen Seite vorzustellen, es zuletztlacherlich zu finden. Man hat jaBeyspiele genug, daß aus ScherzErnst wird. Also ist es doch immergefahrlich, in Dingen, die man ver-ehren soll, etwas Lacherliches zu su-chen. Mancher, der gewohnt ist,die possenhafte Aeueis des Scarronszu lesen, wird schwerlich die Acncisselbst mit dem Ernste lesen können,den er sonst dabei) würde gehabthaben.
Wir haben noch die dritte Anwen-dung des Lächerlichen zu betrachten,da es zur Züchtigung der Bovheir ge-braucht wird. Cicero hat diese wich-tige Anwendung des Lächerlichen ver-kannt; er sagt ausdrüklich, man müs-se Misserhätcr harter, als mit Spottbestrafen f). Aber dieses geht nichtallemal an. Es giebt Bösewichte,die über dieGcsetzecrhabcn sind; an-dresind eine Pest der menschlichen Ge-sellschaft, und wissen ihre Bosheit solistig auszuüben, daß man die Ge-setze gegen sie gar nicht brauchen kann.Diese können nur mit der Geißel desSpötters gezüchtigct werden; es istdie einzige Art sich an ihnen zu rächen.Bessern kann man sie nicht dadurch;dieses ist auch nicht die Absicht desSpötters, er will ihnen nur wehethun; und erthul wohl daran. Dennkann doch noch das Gute darauserfolgen, daß der Bösewicht in all-gemeine Verachtung kommt, dieihm in fernerer Ausübung seiner
*) on tbe kreeävm ok Wir »nUHumor.
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Bosheit doch große Hindernisse inden Weg legen kann. Wer in allge-meiner Verachtung steht, ist seltenfürchterlich.
Wer unternimmt, einen großenMissethätcr, dem man durch die Ge-setze nicht bcykommen kann, verächt-lich zu machen, hat auch nicht nöthigin seinen Spöttercyen so sehr sorg-fältig zu seyn. Auch der Pöbel mußseiner spotten; folglich istallcs, wasihn beschimpfen kann, gut gegen ihn.Können feinere Köpfe nicht lachen,wenn Tartuffe sich in seiner verlieb-ten Tollheit so grob hintergehen läßt:so sehen sie es doch gerne, daß derPöbel darüber lacht. Auch die un-wahrscheinlichste Narrheit, der manihn beschuldiget, kanu gute Wür-knng thun. Aristophanes beschuldi-get den Sokrates in seinen Werkenso viel grober Narrheiten, daß keinVerständiger darüber wird gelachthaben; aber manchem einfältigenManne mag der Philosoph dadurchverächtlich worden seyn.
Die sogenannte alte Comödie inAthen gab den Dichtern Gelegenheit,das Lächerliche zu diesem Gebrauchanzuwenden. Vielleicht war nie einMensch in dieser Art Spötterey ge-schikrer, als Aristophanes. Unsreheutigen Staatsverfassungen habendiesen Gebrauch entweder- völlig,oder doch größtentheils gehemmet.Hicvon aber wird an einem andernOrte gesprochen werden *).
Die, von H. Sulzer angeführte Mey-nung v?s L. Shastesbury ist bereits vonLeibnitz in einem, in dem llecueil lieciiv. pieces tue lo pkutuT lo llet. nor.u. f. w. Bd. 2. S.z». (Ausg. von 1759)befindlichen Auff. geprüft und widerlegtworden. Ausführlicher ist diese» in demon rde Lkisrsökerillilc« oL rkcLsrl »k Lksüesbur^ b? H Lrorvn, l..
175'-
*) S. Satprc.