Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
140
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Ein. Rein Mensch. Denn könnenwir auch wieder ^urükckehren,Maredonicn »nieder einnehmen,und über alle Griechen herr-schen. Da» ist sicher. Aber waswerden wir Senn zuletzt nachallen diesen Siegen und iLrobe-rungcn ehnn^

Pyrr. (lächelnd.) Mein guter Ci-nens! denn wollen wir rechtru hig leben; taglich Gastereienund Lustbarkeiten anstellen, undre cht lustig sei».

Ein. Mas hindert uns denn diesesgleich itzt )u lhun»' A?aruM sol-len wir mir so viel Arbeit, mitso viel Gefahr, mir so viel A>lut-v ergießen etwas in Oer Ferne su-chen, was schon int in unsrerGewalt ist, da wir würklich al-llÄ besitzen, was ?u jenem lusti-gen Leben nothig ist?

Auf eine ahnliche Weife kann manauch andere Arten der Widerlegunganwenden, das Lächerliche heraus-zubringen ; wovon die Induktion,odcrAnführung ähnlicher Fälle keineder geringsten ist. Man konnte eineArt vonTopik geben, die alle Mittelenthielte, das Lächerliche in HellesLicht zu setzen; doch müßte allemalder Scharfsinn und die römische Lau-ne beym Gebrauch derselben voraus-gesetzt werden. Denn ohne Genielernt man die Kunst zu spotten so we-nig als andre Künste. Cicero wünsch-te ein System dieser Kunst zu haben,ob cr gleich wol sah, daß die Naturdas Beste dabey thnn müßte *).

Wiewol die Comödie die vorzüg-lichste Gelegenheit hat, dieses Lacher,liche anzuwenden, so kann es in allenandern Arten auch gut gebraucht wer-den: in allen Dichtungsarten; imGespräch, welche Art Lucian vorzüg-

5) cujus UUN2M «klein «üquain dsbe.reinus! keil 6c»uin» nnur» ett. DeVttlvre I.il>.tl.

lich geliebt; im Sinngedicht. Daßes auch in den zeichnenden Künstenangehe, kann man am deutlichstenaus Hogarths Werken, besondersaus seinen Zeichnungen zum Hudi-bras sehen. Dem Redner kaim eshöchst vorteilhaft seyn; wenn cr sei-ne Gegner lächerlich zu machen weiß,so hat er seine Sache meist gewon-nen : denn man ist geneigt fich aufdie Seite des Lachenden zu wenden.Bisweilen vertritt auch ein Wort,wodurch ein langer Beweis der Ge-gcuparrhcy lacherlich gemacht wird,die Stelle der gründlichsten Wider-legung.

Einen sehr großen Nutzen hat dieKunst, fein über Thorheiten zu spot-ten, auch im gemeinen Leben, nichtnur um sich gegen Narren inSicher<heit zu setzen, sondern auch um dieMenschen von Thorheiten und Vor-urthcilen zu reinigen. Es ist ein wah-res Glük unter seinen Bekannten ei-nen zu haben, dem keine Thorheitentgeht, und der sie auf eine feine undnicht beleidigende Art fühlbar zu ma-chen weiß. So wie der Umgang mitdem schoben Geschlechtc die Männerhöflicher und gefälliger macht, und sievon der ihrem Geschlechts anklebendenRauhigkeit reiniget: so dienet auchder Umgang mit feinen Spöttern, unsvon Thorheiten zu bcfreyen.

Aber es wäre zu wünschen, daßdiese Gabe zu spotten nur redlichenMenschen zuThcil würde, weil leichtein großer Mißbrauch davon gemachtwird. Rousseau hat Mokieren mitRecht vorgeworfen, daß er oft einenunsittlichen Gebranch davon gemachthabe ; und wer kennet nicht berühmteSpötter, die vcrehrungswürdige Ge-genstände lacherlich zu machen suchen?Vergeblich hat der berühmte GrafShaftesbury sich bemüht die Weltzu bereden, daß das Lächerliche, dasman Wahrheit und Verdienst anzu-hangen sucht, nicht darauf hafte,sondern vielmehr ein Pobiersiein des-selben