Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
139
Einzelbild herunterladen
 

L ä ch

genug, um seine Nation zu überse-hen, und auch an Laune fehler esihm nicht. Aber er halt den Spie-gel so hoch, daß nur die, die dasschärfste Gesicht haben, deutlich dar-in sehen; man muß schon über diegemeinen Thorheitcn weit weg seyn,um sich von ihm von versteueren hei-len zu lasse». Lesstng scheinet einenstarker» Hang zur tragischen Musezu haben; und sein Lachen zieht mci-stentheils ins Bittere. Liscow wür-de der römischen Bühne in dieser Artgroße Dienste geleistet haben, wenner sich dieses vorgenommen hatte.

Die Behandlung dieser Gattungscheinet einer der schwcrestcn ThcilederKunst zu seyn. Die größte Sorg-falt muß auf die Wahrscheinlichkeitgewendet werden; denn der Zwekwird nothwendig verfehlt, so baldder Zuhörer glaubt, daß es solcheNarren, wie man ihm vorstellt, nichtgebe. Zugleich aber muß das Unge-reimte darin völlig hervorstechen.Es wäre vielleicht nicht unmöglich,die verschiedenen Arten, hiebci) zu ver-fahren, aus einander zu setzen. ImGrunde müssen sie mit den verschie-denen Arten den Irrthum zu wider-legen übereinkommen: die Thorheitist ein Irrthum, dessen Widerspruchan den Tag zu bringen ist. Wolltesich hier jemand die Mühe nehmen,die Aristoteles genommen, da er fei-nen sslencl>u8 geschrieben hat: sowürden wir alle mögliche Arten, dasLächerliche völlig einleuchtend zuma-chen, erkennen können. Vielleichtist es nicht ganz ohne Nutzen, nurein Paar Beyspicle davon anzu-führen.

Eine Art zu widerlegen ist die, damau den falschen Satz als wahr an-nimmt, und durch daraus gezogenewichtige Folgen, davon die letzte of-fenbar ungereimt ist, die Falschheitdesselben zeiget. Gerade so kann manbisweilen verfahren, um die Thor-heit in ein lächerliches Licht zn setzen.

Lach ize)

So würde das bekannte Gesprächzwischen dem Pyrrhus und Cineaseine schöne Scene in einer Comödieausmachen. Dieser wollte demPyrrhus seine Thorheit, die Römerzu bekriegen, fühlen machen.

Cineas. Die Römer sollen ein sehrkriegerisches Volk siyn; dochwir werden sie besiegen. Aberzu was soll uns denn der Sieghelfen, den die Götter uns ver-leihen werden t

Pyrr. Das versieht sich von selbsi.Haben wir uns einmal die Rö-mer unterworfen, so wird unsin ganz Italiell niemand mehrwiderstehen, weder Grieche nochZöarbar. Also werden wir Mei-ster von ganz Italien siyi,.

Ein. Gut, und wenn wirnunganxItalien werden erobert haben,was werden wir denn thunt

Pyrr. Siehst du nichsi daß wir als.denn auch Sicillen haben kön-nend Was sollt' nns nun hin-dern, diese glükilche und volk-reiche Insel zu erobern.

Ein. Das laßt sich wol hören. Esist so itzc.alles da in Unordnung,nachdem Agathokles tod isiDieses soll also denn das llrnd'unfccr llörobcrung siynL

Pyrr. Du überlegst die Sachennicht, Cineas. Dieß alles soll nurein Vorspiel größerer Unterneh-mungen seyn. Vier sollte, wenner einmal Italien und Sicilienhat, nicht nach dem so nahe lie-genden Afrika und Carthago /Heistbekommend Hast du nicht ge-sehen, Saß Agathokles, der dochmit so wenig Schiffen, und nurwie vcrstohlner Weise aus Sici-licn dahin gesiegelt war, sichbeynahe davon Meister gemachthatL Vier wird Senn uns, dawjr eine so große Macht haben,Widerstand rhun L

Ein.