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halten, wenn er nur die Furcht la-chcrlich zu werden zu rechter Zeitin ihnen rege macht. Das Lächer-liche der ersten Gattung schiket sichvorzüglich zu diesem Gebrauch; esdarf nur auf Menschen, die man la-cherlich machen will, angewendetwerden. Die comischc Schaubühnekann hiczu die beste Gelegenheit ge-ben; denn alle andre Arten rührenweniger, weil ihnen das Schauspielfehlt, wodurch jeder Eindruk lebhaf-ter wird *). Auf die spottende Co-modic kann man anwenden, wasAristoteles vom Trauerspiel sagt! siereiniget durch Narrheit von der Narr-heit. Indem sie den Thoren undNarren dem öffemlichen Gelachterblos stellt, crwekt sie die Furcht lä-cherlich zu werden. Rousseau sprichtihr diesen Nutzen ab; aber er hathier die Sache in einem etwas fal-schen Lichte gesehen. Esgicbt aller-Vings Narren, die nie empfinden,daß sie lächerlich sind; diese kannman nicht bessern. Aber wie man-cher Mensch findet sich nicht, derblos anderer Narrheit nachahmet?Wir können Thorhciten und unge-reimte Vorurtheile an uns haben,die nicht in unserm eigenen Geist er-zeuget, nicht aus unsrcr verkehrtenArt zu sehen entstanden sind; wirhaben sie eingeführt gefunden, undes ist uns nur nicht eingefallen, siean dem Probirstein der Vernunft zuprüfen. Kommt ein Klügerer, deruns das Lächerliche davon aufdekt,so erkennen wir es, und reinigenuns davon. Mancher Mensch wür-de sich aus Mangel der Ueberlegung,aus Leichtsinn, Thorheitcn und Vor-urtheilcn überlassen; kommt manihm aber mit dein Lächerlichen zuvor,so verwahrt er sich dagegen. Wiemancher verständige Gelehrte würdenicht ein Pedant seyn, wenn nicht diePedantercy wäre lächerlich gemachtworden? Rousseau hat nicht bedacht,S. Schauspiel.
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daß die Narrheit nicht blos den Nar-ren eigen ist, sondern auch Verstän-dige anstekt; so wie das Laster nichtblos den verworfenen Menschen, inderen Herzen es entspringt, eigen ist,sondern auch gute Menschen überei-len kann. Einen gcbohrnen Narrenvon verkehrtem Sinne kann manfreylich nicht heilen; aber verständi-ge Menschen sind von Thorhciten undVorurcheilcn, die sie durch Anstc-kung gewonnen haben, zu befreyen,oder vor der künftigen Anstekung zuverwahren. Sollte dieses nicht weitleichter und natürlicher seyn, als baßsie davon angcstekt werden? Oftkommen Narrheiten eines ganzenVolks von einem einzigen verwirr-ten Kopfe; warum sollten sie nichtauch durch einen klugen Kopf vertrie-ben werden können? Hievon aberhabe ich anderswo cursführlicher ge-sprochen *).
Wo man die Besserung zur Absichthat, muß die Narrheit selbst, nichtdie Person des Narren, den man bes-sern will, lächerlich gemacht werden.Man muß sich sogar in Acht nehmen,daß er sich nicht gleich persönlich ge-troffen glaube; er muß erst bravmitlachen, und erst am Ende mußman ihm sagen:
— tstuiä rillcz? mursro nominelle rc
ksbulz nzi-rsrur.
Uebcrhaupt aber muß man, um Men-schen von Thorheitcn zu heilen, oderdavor zu warnen, nie ganz verwor-fene und grobe Narren auf bieBühnebringen. Sic sind unheilbar undgehören ins Tollhaus; für andre sindsie unschädlich, weil sie nicht anste-ken. Kein Mensch, der noch eini-gen Verstand hat, glaubt sich in dem
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5) S. idekexions pbilosoplliqites lue I'u»tilile äe I» poelie -i>'!uo»rigue, in dender Prcuß. Aeademic derWissenschaften für das Jahr 176?.S>. ZZ7 u. ff.