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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
130
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gegenwärtigen Austand des Men-schen, in Vcrgleichung des künfti-gen, einen Ranpenstano nennt. Inbcyden Fällen thun die Bilder, undbisweilen auch die Metonymien sehrgroßen Dienst. Auch können vielGedanken in einen zusammengedrängtwerden, wenn man ans der Mengeder Vorstellungen nur eine aussucht,die natürlicher Weise auf die übrigenleitet; wie wenn Horaz von den fa-talen Folgen der bürgerlichen Kriegesagt:

kcrisgue rurius occupedirur lo-tum *).

Dieser einzige Umstand, daß Italienwieder eine Wohnung wilder Thiercwerden wird, schließt tausend andreVorstellungen nothwendig in sich.

Will man durch eine glüklicheWendung mit wenigem viel sage»,so muß man seinen Gegenstand vonder Seite vorstellen, von welcher eram schnelleste» übersehen werden kannUm jemanden von der ganzlichen Ver-heerung eines Landes einen recht leb-hasten Begriff zu machen, kann sehrviel gesagt werden; aber von keinerSeite laßt sich alles geschwinderübersehen, als von der, die Horazdurch diese Worte zeiget:

Lc cempos ubi l'rvja kulc.

Die Kürze, welche blos im Ausdrukliegt, scheinet am schweresten zu er-reichen; denn die, welche von demReichthum, oder der vortheilhaftcnWendung der Gedanken herkommt,hangt von dem Genie ab, und erfo-dcrt keine Kunst. Dieser Rcichlhumist ererbt, der andre muß erst durchSparsamkeit erworben werden. Esgehört nicht wenig Kunst dazu, einegegebene Anzahl der Begriffe durchdie kkeineste Zahl der Wörter auszu-drükcn, phne andre Hülfsmictcl, alsdie Wcglassung des Ueberstüßigcn.Hier ist alles Kunst. Wenn man sa-

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gen will: es sey unmöglich, denCharakter eines noch unmündigenMenschen zu kennen; weil er sich nochnicht entwikelt hat; weil die Blödig-keit dieses Alters ihn noch znrükhalt,nach eigenen Trieben zu handeln;weil er noch manches darum unter-laßt, weil seine Vorgesetzten es ver-boten haben: so scheinet es beynaheunmöglich, alle diese Begriffe in we-niger Worte zusammen zu fassen.Doch hat Tercnz gerade dieses weitkürzer ausgedrillt. «Wie willst dudie Sinnesart erkennen, so langeJugend, Fnrclft und der Hofmeistersie zurüke halten

lcirs Polles zur inzeniuru no-lccre,

Oum ze»!, merus, msgiller, Prodi-denk 5p) ?

Diese Kürze kann nicht wol anders,als durch ruhige Bearbeitung eineswcitlauftigern Entwurfs der Gedan-ken erreicht werden. Wenn man das,was zur Sache dienet, zusammenge-tragen hat: so ist zu Erreichung dermöglichsten Kürze nothwendig, daßjeder einzele Gedanke besonders bear-beitet, und auf die wenigsten Begrif-fe gebracht werde. Cicero hatte inseinen Vorstellungen gegen die Aus-thcilnng der Aeker deutlich bewiesen,daß die OöLLmviri dadurch sich desganzen Staats bemächtigten, undnach Gutdünken würden handeln kön-nen; hierauf laßt er denRullus, derdas Gesetz von der Anstheilung vor-geschlagen hatte, crwiedern: sie fegenweit entfernt einen solchen Miß-brauch ihres Ansehens zu machen.Gegen diese Versicherung hatte derRedner eine dreyfache Einwendungzu machen: i) Es sey immer unge-wiß, ob sie ihre Macht nicht miß-brauchen werden, und 2) so garwahrscheinlich, daß es geschehen wür-de; sollte es aber nicht geschehen, so

würde

5) Lerem, /. I.