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Kunst, eine wolschmckende Mahlzeitzuzurichten, oder Salben und wolrie-chende Wasser zu machen, würde denersten Platz einnehmen. 'Aber dieSinnlichkeit, wodurch der Werth desMenschen erhöbet wird, ist von edle-rer Art; sie muß uns nicht bloße Ma-terie, sondern Seele und Geist em-pfinden lassen. Nur bey besondernGelegenheiten können die schönenKün-ste vermittelst der Einbildungskraft,die von grober» Sinnen abHangen-den Empfindungen zu ihrem Vor-theilc anwenden, ohne es eben sogrob zu machen, als Mahomct, derauf die Hoffnung sinnlicher Vergnü-gungen nur allzuviel gebaut hat.
Das Gehör ist der erste der Sinne,der Empfindungen, deren Ursprungund Ursachen wir zu erkennen vermö-gen, inunsreSeelenschikct. IndemSchalle kann Zärtlichkeit, Wohlwol-len, Haß, Zorn, Verzweiflung undandre leidenschaftliche Aeußernng ei.»er gerührten Seele liegen. Darumkann durch den Schall eine Seele derandern empfindbar werden; und erstdiese Art der Empfindung kann aufunser Herz erhöhende Eindrükc ma-chen. Da fangt also das Gebiete derschonen Künste an. Die erste undkraftigste derselben ist die, die durchdas Gehör den Weg zur Seele nimmt,die Musik. Zwar würken auch dieredenden Künste auf das Ohr; aberseine Rührung ist nicht ihr Haupt-zwek. Ihr Gegenstand ist von der un-mittelbaren Sinnlichkeit weiter ent-fernt: aber der Klang der Rede isteines der Nebenmittcl, wodurch sieihren Vorstellungen eine Beykraft,oder einen starkern Nachdruk geben.Die Hauptkraft der redenden Künsteliegt nicht in dem Schalle, sondernin der Bedeutung der Worter.
Nach dem Gehöre kommt das Ge-sicht, dessen Eindrüke jenen an Starkezwar weichen, aber an Ausdehnungund Mannichfaltigkeit sie übertreffen.Das Auge dringt ungleich weiter als
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das Ohr in das Reich der Geisterherein; es kann bcynahe alles, wasin der Seele vorgeht, lesen. DasSchone, das einen so vortheilhaftcnEindruk auf die Seele macht, ist ihmfast in allen Gestalten sichtbar ");aber es cntdeket auch das Vollkomme-ne und das Gute. Was kann nicht eingeübtes Auge in den Gesichtern, inder Form, in der Stellung und Be-wegung des menfchlichen Körvcrslesen? Diesen Weg zur Seele neh-men die zeichnenden Runfte auf sehrmannichfaltige Art, wie hernachwird gezeiget werden.
Das Gesicht granzct in vielenStüken so nahe an das blos Geistige(Intellektuelle), daß die Natur selbstkeinen Mittclsinn zwischen dem Ge-sichte und den innern Vorstellungengclegct hat; oft sehen wir, wo wirblos zu denken glauben, ohne unsdes Ansdruks eines körperlichen Ge-fühls bewußt zu seyn. Also ist fürdie Künste kein Sinn mehr übrig.Aber das menschliche Genie, durchgöttliche Vorsehung geleitet, hat sichnoch ein weit reichendes Mittel er-dacht, in jeden Winkel der Seele hin-einzubringen. Es hat Begriffe uni>Gedanken, die nichts körperliches ha-ben, in Formen gebildet, die sichdurch die Sinnen durchschleichen,um wieder in andre Seelen zu drin-gen. Die Rede kann, vermittelstdes Gehörs oder des Gesichts, jedeVorstellung in die Seele bringen,ohne daß diese Sinnen sie verstellen,oder ihr die ihrem Baue eigene Ge-stalt geben. Weder in dem Klangeeines Worts, noch in der Art, wiees durch die Schrift sichtbar wird,liegt die Kraft seiner Bedeutung.Also ist es etwas blos Geistiges ineiner zufalligen körperlichen Gestalt,um durch die Sinnen in die Seele zudring n. Dieses bewundrungswür-digcu Mittels bedienen sich die rcoen-
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») «v. Art. rast; Schön.