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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
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den Rünste. An äußerlicher Kraftstehen sie den andern weit nach, weilsie, wo es nicht zufälliger Weise ge-schieht, daß sie das Gehör erschüt-tern , von der Rührung der körper-lichen Sinnen keine Kraft borgen.Aber sie gewinnen an Ausdehnung,was ihnen an äußerer Kraft fehlet.Sie rühren alle Saytcn der Einbil-dungskraft , und können dadurch je-den Eindruk der Sinnen, selbst dergröbern, ohne Hülfe der Sinnenselbst fühlbar machen.

Darum crstrekt sich ihr Gebrauchviel weiter als der, den man vonandern Künsten machen kann. Vonallem, was uns bewußt, in der Seelevorgeht, können sie uns benachrich-tigen. Von welcher Seite, mit wel-cher Art der Vorstellung oder Em-pfindung inan die Seele anzugreifenhabe, dazu reichen die redenden Kün-ste allemal die Mittel dar. Dannhaben sie noch über die andern Künsteden Vortheil, daß man sich vermit-telst der wunderbaren Zeichen, derensig sich bedienen, jeder Vorstellungauf das leichteste und bestimmtestewieder erinnert. Darum sind siezwar an Lebhaftigkeit der Vorstellun-gen die schwächsten, aber durch ihreFähigkeit alle Arten der Vorstellun-gen zu crwcken, die wichtigsten. Die-ses sind die drei) ursprünglichen Gat-tungen der Künste. Man hat aberKunstwerke ausgedacht, in welchenzwei) oder drei) Gattungen vereinigetwerden. Im Tanze vereinigen sichdie Künste, die durch Auge und Ohrzugleich rühren; in dem Gesängevereinigen sich die redenden Künstemit der Musik; und in dem Schau-spiele können gar alle zugleich wür-fen. Darum ist das Schauspiel diehöchste Erfindung der Kunst, undkann voil allen Mitteln die Gcmü-ther der Menschen zu erhöhen, dasvollkommenste werdeil *).

*) S. Schauspiele.

K u n

Jede Kunst hat wieder ihre vielfa-chen Nebenzwcige, die vielleicht amfüglichsien durch die Gattungen derdarin behandelten ästhetischen Kräftekönnten bestimmt werden. So giebtes besondere Ncbenzweige in jederKunst, wo blos auf das Schöne ge-arbeitet wird. Dahin gehören alleWerke, die keine andere Absicht ha-ben, als den Gcschmak am Schönenzu ergötzen: in der Dichtkunst ar-tige Kleinigkeiten; in der Mahlert»)Blnmeiistüke, Landschaften, die blosschön sind, ohne bestimmten leiden-schaftlichen Charakter; in der Mu-sik Stüke, worin außer Harmonieund Rhythmus wenig Bestimmteszu merken ist. Andere Ncbenzweigearbeiten fürnehnilich auf Vollkom-menheit und Wahrheit, wie in re-denden Künsten die unterrichtendeRede, das Lehrgedicht, eine Artder äsopischen Fabel und andereArten. Noch andere Zweige bear-beiten fürnehnilich einen leidenschaft-lichen Stoff, und bringen Leiden-schaften in Bewegung. Dann giebtes noch Arten, wo alle Kräfte zu-gleich angewendet werden, und diesesind allemal die wichtigsten.

W>c nun zu jeder Gattung nichtnur ein eigenes Genie» sondern aucheine besondere Gcmüthsfassung undeine eigene Stimmung der Seele er-fordert wird: so könnte man vielleichtin dieser Stimmung, die der Künst-ler zu glüklichem Fortgange seinerArbeit nothig hat, die Nebenzwcigejeder der schönen Künste mit ziemli«cherGenauigkcit bestimmen. Als einVersuch hiervon kann das angesehenwerden, was wir über die verschie-denen Gattungen des Gedichtes ge-sagt haben H.

Die äußerlichen Formen, unterdenen die schönen Künste ihre Werkezeigen, haben so viel Zufälliges undzum Theil Willkührlichcs, daß auch

die

') S. Act. Gedicht II TH. S.z-5.