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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
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d<6 Ruhms erstikte. Dichter undSchauspieler genossen allein die Gunstdes Volkes, und ihnen gab man denfrohlokenden Beyfall und die Hoch-achtung, die denen gebührte, die ihrLeben zur Verthcidigung der Frey-heit gewagt hatten. Die Schatze,die zum Unterhalt der Flotte und derHeere bestimmt gewesen, wurden aufSchauspiele verwandt. Tänzer undSängerinnen führten das wollüstig-ste Leben, da die Heerführer darbten,und auf ihren Schissen kaum Vrod,Käh und Zwiebeln hatten. Der Auf-wand auf die Schaubühne war sogroß, daß nach dem Berichte dcsPlu-tarchus die Vorstellung eines Trauer-spiels vom Sophokles, oder Euripi-des, dem Staate mehr gekostet hat,als der Krieg gegen die Perser. Da-zu nahm man den Schatz, der einigeZeit zuvor als ein Heiligthum fürdie äußerste Nothdurft des Staates,mit dem Gesetze der Todesstrafe fürden, der sich unterstehen würde, eineVeräußerung desselben anzutragen,zurüke gelegt worden."

Was also in seinem Ursprünge be-stimmt war, die Gcmüthcr der Men-schen mit patriotischer Kraft zu er-füllen, diente jetzt den Müßiggangzu befördern, und jeden aufdas all-gemeine Beste gerichteten Gedanken zuunterdrüken. Bald hernach hattendie Großen Künstler um sich, wie sieKöche um sich hatten; .die Künste,die vorher stärkende und heilendeArzneyen für die Gcmüther zubereitethatten, mußten nun Schminke undwohlriechende Salben bereiten. Undin diesem Zustande trafen die Römerdie schönen Künste in Griechenlandund in Aegypten an, als sie dieseLänder eroberten; darum behieltensie diesen Geist auch hernach in Rom.In den goldenen Zeiten der Kunstgab der edle Gebrauch derselben demKünstler Würde; Sophokles, einDichter und Schauspieler, war zu-gleich Archon in Athen: aber schon

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zu Cäsars Zeit hielt sich ein römi-scher Ritter mit Recht für gebrand-market» da er sich auf dem Theaterzu zeigen gezwungen ward *).

Wenn man die schwachen Versucheausnimmt, die Augustus machte, dieKünste wieder zu ihrer cdlern Bestim-mung zurük zu führen, wovon wiran Virgil und Horaz dieProben nochhaben, so fielen sie unter seinen Nach-folgern in die tiefste Erniedrigung.Unter Nero war der Beruf einesDichters, oder Tonkünstlers, oderSchauspielers nicht viel edler als derBeruf eines Seiltänzers. Und soverschwand in Griechenland und Romdie Würde der schönen Künste all-mahlig aus dem Gesichte der Men-schen. DerLiebe zurPrachtund Uep-pigkeit ist man in den neuern Zeitenhie Wiederherstellung der schönenKünste selbst schuldig; und man wirdschwerlich finden, daß ihre neuen Be-schützer und Beförderer jemals auSwahrer Kcnntniß ihres hohen Wer-thes, etwas zu ihrer Vervollkomm-nung und Ausbreitung gcthan haben.Darum sind sie noch gegenwärtig einbloßer Schatten dessen, was sie seynkönnten. Ucbcrhaupt sind ihnen nachden heutigen Verfassungen viele vonden ehemaligen Gelegenheiten, ihreKraft zu zeigen, benommen. Unfernpolitischen Festen fehlet die Feycrlich-kcit, wobei) die Künste sich in ihrembesten Lichte zeigen könnten. Selbstunsre gottesdicnstlichen Feste fallennicht selten sehr ins Kleine. Es ge-schieht blos zufälliger Weise, daß derursprünglichen Bestimmung der schö-nen Künste bey gottesdicnstlichen Fe-sten etwas übrig geblieben ist. DieArt aber, wie es geschieht, verrathdoch allemal ein ganzliches Verken-nen ihres wahren Zweks. Gelingetes einem Künstler, welches nur garzu selten geschehet, ein Werk zu ma-chcn, in dem die wahre Kraft der

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*) S. äul. (Zell.