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welche die Unterdrükung mit Unwil-len fühlten, konnten auf nichts den-ken, als auf heimliche Untergrabungjener Gewalt; und die dritte Par-they, die ein Zuschauer dieser fürch-terlichen Gahrung war, suchte in ei-ner so fatalen Lage der Sachen sichin so viel Ruhe zu erhalten, alsmög-lieh war. In den Händen dieser Par-they wgr das Genie zur Kunst, undwurde um Geld verkauft. Die, wel-che eine noch nicht sicher genug be-festigte Gewalt in den Händen hat-ten, wendeten die Bemühungen fei-ler Künstler an, die Tyrannei) mitAnnehmlichkeit zu bekleiden; unddurch ihren Befehl wurde die Auf-merksamkeit desjenigen Theils desVolks, der sich blos leidend verhiel-te, von der Freyheit abgclenket, undauf Lustbarkeiten gerichtet. Diesesmußte nothwendig den Erfolg haben,daß die Künste mehr nur von ihremwahren Zwckc mußten abgefübret,sondern auch in den Grundsätzen, aufdenen ihre Vollkommenheit beruhet,verdorben werben.
Von dieser Zeit an also wurdensie allmahlig zu Grunde gerichtetund fielen in die Erniedrigung, inwelcher sie so viele Jahrhunderte ge-blieben sind, und aus der sie sichitzt noch nicht wieder empor ge-schwungen haben.
Zwar blieben sie diese ganze Zeithindurch dem äußern Scheine nachin einigem Flor; das Mechanische je-der Kunst erhielt sich in den Werk-stätten der Künstler; aber Geist undGcschmak verschwanden allmähligdaraus; die Künstler in jeder Artpflanzten sich fort; für die zerstörtenTempel heidnischer Gottheiten wur-den Kirchen gebauet; in die Stelleder Statuen der Götter und Heldentraten die Bilder der Heiligen undder Märtyrer. Die Musik wurdevon der Schaubühne in die Kirchenversetzt, und die Beredsamkeit kamvon den Rednerbühnen auf die Kan-
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zeln. Kein Zweig der schönen Kün-ste fiel ab; aber alle verwelkten all-mählig , bis sie ein Ansehen gewan-nen, aus dem man sich von ihrerehemaligen Schönheit keinen Begriffmachen konnte.
Es gieng damit wie mit gewissenFcyerlichkeiten, die in ihrem Ursprün-ge wichtig und sehr bedeutend gewe-sen, allmahlig aber sich in Gebraucheverwandelten, von denen mau keinenGrund und keine Bedeutung mehranzugcbeü weiß. Was itzt die Rit-terorden gegen die ehemaligen Ordensind, das waren in diesen Zeiten dieKünste gegen das, was sie in altenZeiten gewesen; die äußerlichen Zei-chen, Bänder und Sterne blieben al-lein übrig. Eben darum fehlte esden Werken der Kunst nicht nur anäußerlicher Schönheit, sondern auchan innerlicher Kraft.
Einige Schriftsteller sprechen vonder Geschichte der Kunst auf eine Art,die uns glauben machen konnte, siescyen Jahrhunderte durch völlig ver-loren gewesen. Aber dieses streitetgegen die historische Wahrheit. Bonden Zeiten des Augustus, bis auf dieZeiten Pabst Leo des X. ist kein Jahr-hundert gewesen, das nicht seineDichter, seine Mahlcr, seine Bild-hauer, Steinschneider, Tonkünstler,und seine Schauspieler gehabt Esscheinet sogar, daß in zeichnendenKünsten hier und da ein gluklicheresGenie Versuche gen,acht, Schönheitund Gcschmak wieder in die Künsteeinzuführen *). Aber die WürkungF 2 davon
») Ich habe vor einigen Jahren in Hcr-vordcn ein Diploma vom Kaiser Hein-rich lV gesehen, auf dessen Siegel derKopf dieses Kaisers so schön ist, alswenn er zu den Zeiten der ersten Cst-sarn wäre geschnitten worden, lindan alten Kirchenbüchern aus Carlsdes Großen und den nachfolgendenZeiten findet man bisweilen geschnit-tene Steine, denen cS nicht gan; anSchönheit fehlet. Noch unerwarte-ter als dieses war mir einer Nachricht